Quadral Aurum
fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

 

 

rauher charme ...

 

 

 

 

 

 

nackt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

durchhörbar und konturiert

 

 

 

 

 

 

informativ und prononciert

can tago magoEtwas weniger audiophil, aber dennoch ein echter Prüfstein fürs HiFi ist Cans wegweisendes 1971er Album Tago Mago (Remastered, 2004). Neben dem richtigen „Raumgefühl“ verlangt das fast zwanzig Minuten währende Stück Halleluhwah (nein, kein Tippfehler) vor allen Dingen rhythmische Qualitäten ab. Ungebührlich analytisch tönende Komponenten bringen zudem, ums mal mit der Fußballersprache auszudrücken, schnell übertriebene Härte ins Spiel –  die Aufnahmequalität weist nämlich durchaus einen eher, na sagen wir mal, rauen Charme auf.

Nun, übertriebene Härte steht nicht zu befürchten. Beschönigend gibt sich Trigons Recall II aber ebenso wenig. Die Schroffheit, die Präsenz, die Unmittelbarkeit mit der die das Stück dominierende Perkussion aufnahmetechnisch eingefangen wurde, vermittelt unser Testprobandtrigon recall II jedenfalls recht unverblümt, aber auch gleichzeitig – im positiven Sinne – recht anmachend. Zackig, trocken und mit ordentlich Drive geht’s zu Werke. Transparent von Kopf bis Fuß sowieso. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es über den Recall einen Tick nackter oder vielleicht auch schleierloser klingt als gewohnt. Wie auch immer, als schönfärbender Romantiker geht er so oder so nicht durch: Ohne dabei nun einen unmusikalischen Analytiker oder kopflosen Draufgänger zu mimen – der Recall II ist, um mal eine Schublade aufzumachen,  insgesamt eher der präzisen, auf Attack ausgerichteten, schlackenlosen Spielweise verpflichtet.

Piega
Esoteric

Dazu passt auch, dass der anfängliche Basslauf in Nickel Eyes Song Intro (Every Time) des Albums The Time Of The Assassins (2009) etwas drahtiger gereichtcd nickle eye wird als dies über manch andere Quellen der Fall ist. Und wenn es hierbei auch nur um Nuancen geht: Statt auf sattschmatzende Vollmundigkeit setzt unser Testproband im Bereich der unteren Lagen eher darauf, Texturen freizulegen beziehungsweise eine gute Durchhörbarkeit und Konturiertheit an den Tag zu legen. Dass sich dieser Charakterzug nach oben hin bruchlos fortsetzt - sprich sich das Klangbild des Trigon Recall II anstandslos konsistent gibt -, wird auch bei Intro (Every Time) deutlich:

Die im Verlauf des Stückes einsetzende Westerngitarre wird vergleichsweise straff, griffig, transparent, aber auch einen Tick weniger geschmeidig in Szene gesetzt – zum Abrunden von Klängen neigt unser Testproband auch im Mittenbereich keinesfalls. Informativ und prononciert geht es des Weiteren oben rum zu: Im Zweifelsfall würde ich den Hochton des Trigon eher der leicht crisp aufspielenden denn seicht-zurückgenommenen Machart zurechnen. Becken- und Hi-Hat-Arbeit betont gülden oder weich-schimmernd darzustellen, ist die Sache des Recall II beispielsweise eher nicht. Was ihn aber bei aller Sachlichkeit sprich der Abwesenheit von Schönfärberei (auch) im Hochtonbereich besonders macht, ist die Tatsache, dass er sich bei alledem keine Unsauberkeiten erlaubt: Gefahr künstliche Schärfen oder Härten ins Spiel zu tragen, läuft Trigons Recall II aufgrund der Reinheit, mit der er Töne ausarbeitet, jedenfalls nicht.

trigon recall II