anschlussvielfalt ...
solide & ergonomisch ...
"ich hatte selten einen player zu gast, der von vornherein so genießbar war"
analytische philosophie ...
"er gönnt sich zeit für die darstellung des drumherum"
außergewöhnlich?
neubauten ...
mehr greifbare "klangmasse"
"dickes blech am saxophon"
homogenität & authentizität
Lässt man es zu, dass der TL51XR einem den Rücken zuwendet, gibt`s dafür eine - durchaus umfangreiche - Anschlussvielfalt zu bewundern ...

Neben den digitalen Toslink-, Koaxial-, AES/EBU- und Superlink-Schnittstellen finde ich aber gerade dreierlei interessant: Erstens die symmetrischen XLR-Anschlüsse. Zum Zweiten der damit verbundene, bei C.E.C. zur unabdingbaren Hausphilosophie gehörende, vollsymmetrische Aufbau im Inneren. Dieser ist alles andere als selbstverständlich - auch nicht, wenn außen die entsprechenden Kontakte prangen ... Drittens bin ich ein ausgewiesener Freund von verschraubten und ausreichend weit voneinander entfernten Cinch-Buchsen.
So muss "so was" von Nahem aussehen:

Nun ja - wenn ich mir hier ein kurzes Zwischen-Resümee erlauben darf. Es muss sich also nicht immer um einen Sohn aus dem Reich der Mitte handeln, wenn eine hohe Material-Euro-Ratio zu konstatieren ist ...
Doch wie hält es der C.E.C. TL51XR mit der Sound-Euro-Ratio?
Bereits beim Einspielprozedere des C.E.C. TL51XR war auffällig: Die gerade für neue CD-Spieler typischen "Härten" im Klanggeschehen glänzen durch Abwesenheit. Ich hatte selten einen Player zu Gast, der von vornherein so genießbar war. Zudem: Ich weiß nicht, ob Sie es ähnlich empfinden - aber viele CD-Player, verstärkt natürlich in den unteren Preisklassen, kommen mir bisweilen - auch nach der Einspielphase - ein wenig zu aufgeregt oder gar hektisch rüber. Quasi wie vor einer mündlichen Prüfung im ersten Semester. Da mögen zwar einzelne Klangereignisse strebsam herausgeschält und auch keine tonalen Fehltritte begangen werden - aber es fehlt mir häufig einfach an Gelassenheit. Diese Player wirken so "busy", dass sie vergessen, die jeweiligen Töne in ihrer vollen Komplexität und mit allen Facetten aufzubereiten. Neben aufkeimender Hektik verbreiten solche Zeitgenossen zusätzlich etwas Artifizielles und bisweilen Kühles. Und weil man im Grunde genommen ja dennoch feinste Geräusche bzw. "Details" (meiner Meinung nur die Abbilde davon) serviert bekommt, diese aufgrund der fehlenden Dichte der Musik zudem noch klarer wahrnimmt, sagt man auch noch: Das ist ein Analytiker ...
Nein, so einer ist der C.E.C. TL51XR nun überhaupt nicht. Und das ist sehr gut so. Den Stempel eines scharf kalkulierenden Analytikers werden ihm tatsächlich die Wenigsten aufdrücken. Dennoch gilt: "No loss of fine detail" - um es mit Slogan eines bekannten deutschen Lautsprecherherstellers zu sagen. Der C.E.C. TL51XR zeichnet für meine Begriffe gerade im Mitten- und Hochtonbereich ungemein fein. Er gönnt sich und dem Hörer Zeit für die Darstellung des "Drumherum" einzelner Töne - dadurch werden auch sehr komplexe Signale außergewöhnlich "echt" nachgebildet.
"Außergewöhnlich" ist der Japaner im Vergleich zu verschiedenen anderen Akteuren seiner Preisklasse auf jeden Fall - das sei schon vorweg verraten. "Der untere klingt besse", lautete z.B. das lakonische Statement, als ich mal wieder meine feinhörige Freundin zu einem Kurzcheck animierte. Unten im Rack stand der C.E.C. TL51XR. Nun gut, so vorschnell will ich nicht urteilen ...
Für wen sind die Blumen?
... fragt Blixa Bargeld in dem gleichnamigen Song der "Einstürzende Neubauten".
Tja, nach nur wenigen Takten war klar: Zwischen meinem geschätzten Audiomeca und dem C.E.C. TL51XR werden die Blumen unterschiedlich verteilt werden müssen. Der Song setzt zunächst mit Percussion ein: Es wird im schnellen Rhythmus auf Metall geschlagen. Über den Audiomeca gehört, klingt dass wie - na klar - mit einem Synthesizer gespielt: Wozu echtes Metall ins Studio schleppen, wenn`s auch elektronisch geht? Beim C.E.C. TL51XR kommt man ob dieser Vermutung ins Grübeln. Die Sehring 703SE zaubern im Verbund mit dem Japaner eine Authentizität, die schon frappiert. Das Metall klingt einfach körperhafter. Nüchtern ausgedrückt: Es ist einfach mehr Information da - ein größeres Volumen an Obertönen. Dadurch klingt es alles andere als "nüchtern" - sondern voll, warm und greifbarer. O.k. - so "sexy" hört sich "auf Metall hauen" auch wieder nicht an - denken Sie nun zurecht. Nein, Stunden könnte ich damit auch nicht verbringen - aber sobald die Stimme einsetzt und die Instrumentierung der Musik zunehmend dichter wird: Es gilt das Gleiche wie beim blanken Metall! Ja - der C.E.C. TL51XR leuchtet Musikgeschehnisse geduldiger aus - bis in den letzten Winkel. Dadurch entsteht mehr greifbare "Klangmasse". Auch wenn sich`s abgegriffen anhört: Er klingt dadurch irgendwie analoger ...
Kennen Sie die "Legendary Pink Dots"?
Etwa nicht? Diese englische und mittlerweile in Holland lebende Band existiert schon seit über 20 Jahren. Einer meiner absoluten Favoriten - man sollte allerdings ein gewisses Faible für "nölige" Stimmen mitbringen.
Das Stück "Damien" sollte es diesmal sein: An die 5 Minuten lang - alles drin: Pianoklänge, Gitarre, Saxophon, Schlagzeug, Sänger und einiges an elektronischen Soundschnipseln.
Während des Stückes musste ich immer mal wieder innehalten: So voll tönend und feinzerstäubt klingend hatte ich die Becken in dem Stück doch bisher noch nicht gehört? Das war mir kompakter und schärfer in Erinnerung ... Stimme und Gitarre klingen über den Japaner ebenfalls ungewohnt voll und detailliert - absolut bruchlos und homogen. Das Blech des Saxophones erscheint über den Riementriebler ebenfalls recht "dick" - das Instrument klingt reichhaltig und greifbar. Unweigerlich kommt mir dabei erneut das "Metall" aus dem Stück der "Neubauten" in den Sinn.
Eine weitere Eigenschaft des C.E.C. TL51XR, die gerade bei diesem Stück auffällt: Die Homogenität und Authentizität in der Bühnendarstellung. Auch bei solch dichter Musik stehen die Musiker stets mit beiden Beinen auf der Bühne - sind also räumlich klar lokalisierbar, aber beileibe keine separat musizierenden Egomanen: Der C.E.C. TL51XR integriert und schafft eine realistisch wirkende Bindung zwischen den verschiedenen Akteuren. Das schließt interessanterweise den Kreis zum oben Genannten: Der Japaner besitzt - aufgrund seiner erwähnten Qualität in puncto Feinausleuchtung - die Fähigkeit, auch subtile Zwischentöne aufzuarbeiten. Er liefert damit quasi den nötigen "Kitt", der das komplexe Musikgeschehen zu einem schlüssigen, harmonischen Ganzen werden lässt.
Gibt`s beim C.E.C. TL51XR denn gar nichts zu bekritteln? ...