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Test: Oppo PM-2 und Oppo HA-1 | Kopfhörer und Kopfhörerverstärker | Preis: 999 Euro und 1.499 Euro

Oppolentes für die Ohren

Oppo PM-2 und Oppo HA-1

September 2015 / Sebastian Eilzer

fairaudio's favourite AwardOppo ist mir das erste Mal beim Aufrüsten meiner Heimkino-Anlage über den Weg gelaufen. Die BluRay-Spieler der Firma (deutscher Vertrieb: www.oppodigital.de) erhielten von allen Seiten Lob - und wie ich es selten erlebt habe, herrschte Einigkeit, dass diese vom Preis-Leistungs-Verhältnis top sind. Als mir dann mitgeteilt wurde, dass ein kleines Paket mit dem Kopfhörer Oppo PM-2 sowie dem Kombi-Gerät Oppo HA-1 (Kopfhörerverstärker, DAC, Vorstufe in einem) auf dem Weg zu mir sei, war ich daher sehr gespannt, ob diese ebenfalls dem guten Ruf gerecht werden.

Apropos „kleines Paket“: Eigentlich trifft das nur auf den Oppo PM-2 zu. Er wird geliefert mit einer äußerst praktischen Reisetasche, in der der Kopfhörer flach verstaut werden kann. So lässt er sich sehr platzsparend transportieren. Der Oppo HA-1 hingegen hat eine durchaus ansehnliche Größe (254 x 91 x 333 mm - BxHxT) und ein ordentliches Gewicht (5,9 Kilogramm). Optisch kommt er modern, aber nicht überladen daher. Die Front ist dominiert von einem 4,3-Zoll-Display, welches sämtliche Funktionen und Signalquellen anzeigt. Daneben befindet sich einerseits der große Lautstärkeregler sowie auf der anderen Seite der Multifunktions-Dreh/Druckknopf sowie ein Powerschalter. Darunter warten eine 6,35-mm-Klinkebuchse sowie eine 4-Pol-XLR-Buchse auf Kopfhörer. Unter dem Lautstärkeregler befindet sich der USB-A-Anschluss für die Smartphone-Einbindung. Komplettiert wird die Front durch den IR-Empfänger der Fernbedienung.

Oppo HA-1

Rückseitig stehen dann jede Menge weitere Anschlüsse zur Verfügung. Von Oppo lediglich als Kopfhörerverstärker klassifiziert, wird dieser Titel dem Funktionsumfang im Grunde nicht wirklich gerecht. Nicht zuletzt dank seiner analogen Ein- und Ausgänge, jeweils per RCA sowie XLR ausgeführt, kann man den HA-1 gut als Vorverstärker für eine komplette Stereo-Heimanlage einsetzen. In Verbindung mit aktiven Lautsprechern oder separaten Endstufen hat man bereits ein vollwertiges Audiosystem. Digital lässt sich der Oppo HA-1 zudem koaxial, optisch und via AES/EBU speisen – sowie natürlich mittels einer USB-B-Schnittstelle.

Oppo HA-1

Passend zum Stereoanlageneinsatz ist er in klassischem Schwarz oder Silber erhältlich und kommt mit einer recht hochwertigen Fernbedienung daher. Tatsächlich hat der große Oppo-Kopfhörerverstärker einige der besten Funktionen zur Integration anzubieten, die mir bei solch einem Kombigerät bisher über den Weg gelaufen sind, ich komme da gleich noch näher drauf zu sprechen. Und auch das Schaltungskonzept ist aufwändig. So sind beispielswiese die XLR-Buchsen keine reine Show: hier wurde ein vollsymmetrisches Class-A-Schaltungsdesign verwirklicht.

Die Mute-Taste kann in zwei Modi betrieben werden. Entweder werden der Kopfhörerausgang und die Pre-Outs lautlos geschaltet oder alternativ nur Letztere. Im zweiten Fall kann man ihn als Kopfhörerverstärker nutzen und zeitgleich die Lautsprecher mucksmäuschenstill angeleint lassen.

Oppo HA-1

Zusätzlich kann jeder Eingang einzeln in den sogenannten „Bypass-Modus“ geschaltet werden. Hierbei wird die Lautstärkeregelung für die Pre-Outs umgangen und das gewählte Eingangssignal direkt ausgegeben. Das Ausgangssignal des HA-1 entspricht dann im Analogfall exakt dem Eingangssignal. Die Möglichkeiten, die sich hierdurch ergeben, sind großartig. So kann man beispielsweise die Frontlautsprecher einer Surroundanlage über den Oppo HA-1 betreiben und den HA-1 selbst direkt an den Pre-Out einer AV-Vorstufe anschließen. Im Stereomodus ist dann lediglich der HA-1, der in diesem Fall die Lautstärke regelt, eingeschaltet, während im Surroundbetrieb die AV-Komponente die Pegelstellung übernimmt und der Oppo lediglich das Signal weitergibt. Best of both worlds. Und da ich persönlich genau solch eine Anlage betreibe (Aktivlautsprecher per XLR an einer AV-Vorstufe) ist diese Beschaltung für mich nicht reine Theorie, sondern funktioniert in praxi phantastisch. Dank Triggerdurchschleifung kann der Oppo HA-1 sogar automatisch mit der großen Anlage eingeschaltet werden.

Ich hatte schon einige Kopfhörerverstärker probiert, die vom Tape-Out weg wollten und sich für das Zentrum der Anlage anboten, doch der HA-1 ist in meinen Augen der erste, der diesen Schritt tatsächlich überzeugend geht.

Oppo HA-1

Wer will, kann den Oppo-Vorverstärker auch im Nostalgiemodus betreiben: Die Frontanzeige lässt sich in eine Spektrumsanzeige umschalten sowie in ein VU-Meter! Okay, okay, digital ist nicht das gleiche wie echte Nadeln, aber zum Grinsen hat es mich trotzdem gebracht. Generell ist die digitale Seite des Oppo HA-1 recht durchdacht. So regelt beispielsweise die Lautstärke automatisch zurück, wenn man von Low- auf High-Gain umschaltet, um einem nicht plötzlich die Ohren klingeln zu lassen. Ein wirklich sehr feines Detail.

Oppo PM-2

Schauen wir nun auf den Oppo PM-2. Hierbei handelt es sich um den kleinen Bruder des Magnetostaten Oppo PM-1. Um den Preis zu reduzieren, hat Oppo jedoch nicht an den klangrelevanten Treibern gespart – bei diesen handelt es sich um die gleichen wie beim Flaggschiff –, sondern am „schmückenden Beiwerk“. Beispielsweise kommt beim Kopfband Kunstleder zum Einsatz, und einige Teile der Aufhängung wurden aus einer preiswerteren Metalllegierungen gefertigt. Dennoch handelt es sich beim PM-2 um einen hervorragend verarbeiteten Kopfhörer. Das Kopfband rastet sicher und geschmeidig ein, die ohrumschließenden Polster sind aus sehr weichem Leder gefertigt und das austauschbare Kabel ist mit Stoff ummantelt. Neben dem langen 6,35-mm-Klinkekabel liegt ein kurzes 3,5-mm-Kabel für den mobilen Betrieb bei. Oppo bietet für den PM-2 zusätzlich ein Alternativkabel mit 4-Pol-XLR-Stecker an, um den Kopfhörer symmetrisch betreiben zu können.

Insgesamt hinterlässt der Oppo PM-2 bei mir einen hervorragenden ersten Eindruck. Und auch dank des eingesparten Gewichts handelt es sich um den mit Abstand bequemsten Magnetostaten, den ich je getragen habe. Und auch „ganz allgemein“ ist der kleine Oppo ein äußerst bequemer Kopfhörer. Selbst nach längeren Hörsessions hatte ich keinerlei Probleme mit Druckgefühl oder starker Hitze.

Oppo PM-2

 

 

 

Im Test:

Kopfhörer und Kopfhörerverstärker:
Oppo PM-2 & Oppo HA-1

UVP zum Testzeitpunkt:
999 Euro & 1.499 Euro

Vertrieb:
HEIMKINO KLOHS

Telefon: 0341-9405077

eMail:
info@heimkinoklohs.de
Web:
www.oppodigital.de


 

Equipment:

Kopfhörer:

AKG 271
AKG 501
AKG 701
Audio Technica A900Ltd
Beyerdynamic DT880
Beyerdynamic T1
Denon D7000
Grado HF-1
Sennheiser HD650
Sennheiser HD800
UltimateEars Triple Fi Pro

Kopfhörerverstärker:

Ray Samuel Audio Emmeline The Hornet, Headamp GS-1 w/DACT, Musical Fidelity X-CANv3 (modifiziert) mit PSU, Meier Audio Corda HeadFive, Corda Swing

CD/SACD-Player:

Sony SCD-XB790 und BDP-S790

D/A-Wandler:

Musical Fidelity X-DACv3 mit PSU

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wenn der postmann einmal klingelt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vollwertiges audiosystem

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

best of both worlds

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ein feines detail

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

äußerst bequem