Demnächst im Test:

HiFi-Lexikon: Signal-Rausch-Abstand / signal-to-noise ratio (SNR)

Die SNR ist allgemein das Verhältnis zwischen dem Nutzsignal und dem Rauschen eines betrachteten Gerätes. Bei Verstärkern wird häufig wird vom Fremdspannungsabstand und dem Geräuschspannungsabstand gesprochen: Während bei Ersterem über den ganzen Übertragungsbereich linear gemessen wird, erfolgt beim Geräuschspannungsabstand eine Bewertung mittels einer entsprechenden Bewertungskurve, die die unterschiedliche Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs bei unterschiedlichen Frequenzen berücksichtigt (siehe Phon). Es gibt unterschiedliche Bewertungskurven, sehr gebräuchlich ist die A-Bewertung – diese entspricht einer 20-40 Phon Kurve.

Ein Beispiel: Bei der Messung des Fremdspannungsabstandes ergibt sich ein Wert von X. In dem Rausch-Signal enthalten ist auch das Netzbrummen. Wird der Wert nun A-Bewertet, resultiert daraus ein Geräuschspannungsabstand, der größer als X ist, da das Netzbrummen bei 50 Hz liegt und das Gehör in diesem Bereich nicht so empfindlich ist. Durch die Bewertung (oder genauer: frequenzspezifische Gewichtung) wird also dieser niederfrequente Rauschanteil als „weniger hörrelevant“ abgewertet, dass Ergebnis verbessert sich. Ein Rauschen um 2 kHz würde hingegen aufgewertet – das Gehör ist hier empfindlich, daher ist das Ergebnis der Messung schlechter. Bei der Angabe des Geräuschspannungsabstandes sehen Sie häufig die Angabe dB(A), damit ist genau diese A-Bewertung gemeint.

Bei CD-Playern ist die Angabe des Quantisierungsrauschens und des Digital-Null-Wertes üblich, genauer betrachtet geht es hierbei wieder um den Abstand des Nutzsignals vom Rauschsignal. Das Quantisierungsrauschen ist der (Rundungs-)Fehler, der durch die Digitalisierung eines analogen Ausgangssignals entsteht. Grob gesprochen, kann man sich das digitale Signal als Treppe mit eindeutig festgelegten Stufenhöhen und -abständen vorstellen. Gibt es zum Beispiel die Stufenhöhe eins und zwei, dass analoge Signal hat aber den Wert 1,5, so bleibt eben ein Rest übrig. Dieser Rest ist der Quantisierungsfehler, oder auch das Quantisierungsrauschen. Die Messung des Abstandes zu diesem Rauschen gibt Aufschluss über die Qualität der digitalen Schaltungsteile, die Digital-Null-Messung zeigt die der analogen auf. Denn „Digital Null“ meint, dass der Wandler eben kein Signal bekommt – das Rauschen resultiert also nicht aus der Digitalisierung des Signals, sondern aus den analogen Komponenten des Gerätes.

Der Abstand zwischen Nutz- und Störsignal sollte natürlich möglichst groß sein.

Dogmatisch zwischen guten und schlechten Abständen zu unterscheiden, ist – wie bei der Interpretation vieler anderer Messdimensionen auch – immer subjektiv und stark simplifizierend. Dennoch: Als grober Richtwert erreichen (messtechnisch) sehr gute Verstärker im Ausgangsbereich Werte jenseits der 90dB, Topwerte liegen teilweise sogar über 105 dB (Messung bei 5 Watt/1 kHz). Vorverstärker werden häufig bei 500 mV / 1 kOhm gemessen. Hier sind Topwerte bereits bei 90-95 dB zu finden. Bei CD-Playern liegen sehr gute Werte mittlerweile bei deutlich über 100 dB für Digital-Null bzw. 95 dB für das Quantisierungsrauschen.


Zurück zur Lexikon-Übersicht


Verwandte Artikel: Messtechnik

Abstrahlverhalten, Rundstrahlverhalten (Lautsprecher) | Ausgangsimpedanz/-widerstand / Innenwiderstand (Verstärker) | Clipping | Dämpfungsfaktor | Eingangsimpedanz | FFT-Analyse | Fourier-Transformation | Frequenzgang | Gruppenlaufzeit | Impulsantwort | Intermodulation / IM-Verzerrung | Klirr | Musikleistung | Phase | Richtdiagramm (Lautsprecher) | Rundstrahlverhalten (Lautsprecher) | Signal-Rausch-Abstand / signal-to-noise ratio (SNR) | Sprungantwort | Stromlieferfähigkeit (Verstärker) | THD | Verzerrung | Wasserfall-Analyse | Weißes Rauschen | Wirkungsgrad von Lautsprechern