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HiFi-Lexikon: Flächenstrahler (Magnetostat, Elektrostat)

Flächenstrahler gibt es in den unterschiedlichsten Bauformen und mit ebenso verschiedenen Antriebsprinzipien. Der Begriff Flächenstrahler beruht auf der Tatsache, dass die Schallabstrahlung des Lautsprechers technisch mittels einer relativ großen Fläche umgesetzt wird.

Tatsächlich gibt es auch Flächenstrahler, die nach dem elektrodynamischen Prinzip angetrieben werden. Typischer für diese Lautsprecher-Art sind aber magnetostatische bzw. elektrostatische Antriebe:

Elektrostaten:

Als Membran dient eine großflächige Platte, die mit hoher Spannung (Kilo-Volt-Bereich) konstant elektrisch geladen und somit von einem elektrischen Feld umgeben wird. In der Regel ist die Membran zwischen zwei Metallgitter eingespannt (wie ein Sandwich vorstellbar). Dabei sind Gitter und Membran allerdings elektrisch voneinander isoliert. Das Musiksignal wird mittels eines Übertragers mit sehr hoher Spannung auf die Metallgitter gebracht und übt im Zusammenspiel mit dem elektrischen Feld der Membran die erwünschte Kraft auf Letztere aus. Die Membran gerät so in Schwingung.

Eigenschaften: Die geringe Membranmasse macht Elektrostaten extrem schnell, was ein gutes Impulsverhalten zur Folge hat. Durch die auf die gesamte Membran gleichmäßig einwirkende Bewegungskraft werden Partialschwingungen minimiert. Die hohen erforderlichen Spannungen erfordern einen hohen technischen Aufwand, der äußerlichen Einflüssen gegenüber sehr empfindlich ist. Das macht diese Art von Wandlern für „robustere“ Einsätze ungeeignet. Aufgrund des geringen Membranhubes sind zudem Pegel- und Tiefbassfähigkeit begrenzt.

Magnetostaten:

Magnetostaten wirken, ähnlich wie elektrodynamische Lautsprecher, aufgrund elektromagnetischer Kräfte. Übertrager und hohe Spannungswerte sind deshalb nicht vonnöten.

Als Membran dient eine Kunststofffolie, auf der großflächig mäanderförmig ein Leiter angebracht ist. Mit anderen Worten: Dieser Leiter ist auf der gesamten Membran – und damit gleichzeitig über die gesamte Wandlerfläche – verteilt. Die Schwingspule (siehe Konuslautsprecher) sitzt quasi direkt auf der Membran. Ein- oder beidseitig „gesandwicht“ wird die Membran von zwei Polplatten, auf denen streifenförmig Magnete angebracht sind.

Das elektrische Musiksignal, welches den Leiter auf der Membran durchläuft und damit ein elektromagnetisches Feld erzeugt, bringt nun, im Zusammenspiel mit dem Dauermagnetfeld, die Membran in Bewegung.

Eigenschaften: Auch hier werden – aufgrund gleichmäßig einwirkender Bewegungskräfte – Partialschwingungen minimiert. Ebenfalls sind wegen des geringen Membranhubes Pegel- und Tiefbassfähigkeit begrenzt. Häufig werden sie daher lediglich als Hochtöner eingesetzt. Aufgrund der besonderen Bauform der Schwingspule sind magnetostatische Wandler in der Praxis impedanzunkritisch.


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