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HiFi-Lexikon: Dämpfungsfaktor

Der Dämpfungsfaktor ist das Verhältnis zwischen dem Widerstand (genauer: der Impedanz) des Lautsprechers und dem Ausgangswiderstand des Verstärkers. Die Formel lautet also:

D = Ils / Iamp

In der Hifi-Welt ist der Dämpfungsfaktor eine durchaus kontrovers diskutierte Größe: Es gibt Hersteller, die mit dreistelligen Werten werben, aber eben auch kritische Stimmen, die ihn als aussagelose Größe ansehen, sofern z.B. nicht auch der Lautsprechergleichstromwiderstand und der Widerstand des zuführenden Kabels berücksichtigt wird. Da es sich – wie gesagt – zudem um ein Verhältnis zweier Impedanzen (also von frequenzabhängigen Größen!) handelt, ist korrekterweise auch die Angabe der Frequenz, bei der ein Dämpfungsfaktor gemessen wurde, notwendig.

Dem Dämpfungsfaktor wird meist ein positiver Einfluss auf das Ausschwingverhalten der Lautsprecherchassis eingeräumt: Der Verstärker treibt ein Chassis nicht nur an, er sollte es auch am Ende eines Impulses bremsen. Die Ausschwingbewegung des Basschassis erzeugt durch Selbstinduktion in der Schwingspule eine Spannung, die im Verstärker quasi kurzgeschlossen wird. Die Folge hieraus ist eine elektromagnetische Dämpfung dieser unerwünschten Schwingung, die besonders im Bereich der Resonanzfrequenz stark ist. Ein Grund, warum Mittel- und Hochtontreiber von einem hohen Dämpfungsfaktor nicht im gleichen Ausmaß profitieren ist, dass ihre Schwingspulen kleiner sind und somit auch die induzierte Spannung und der daraus resultierende Bremseffekt. Wer einen Fahrraddynamo zur Hand hat, kann die erwähnte Bremswirkung leicht nachvollziehen: Im kurzgeschlossenen Zustand lässt er sich viel schwerer drehen, als wenn er nicht kurzgeschlossen ist. Hier wirkt das gleiche Dämpfungs-Prinzip.

Ein hoher Dämpfungsfaktor wirkt sich also vorwiegend auf die Basswiedergabe aus, diese wird kontrollierter, trockener und präziser. Auf der anderen Seite limitiert eine hohe Dämpfung im Bereich der Resonanzfrequenz freilich auch den Tiefgang eines Systems.

Im Zusammenhang mit dem Dämpfungsfaktor spielt aber auch folgende Überlegung eine Rolle: Man kann sich den Innenwiderstand des Verstärkers und den Widerstand des Lautsprechers als einen in Reihe geschalteten Spannungsteiler vorstellen. Durch das Auf und Ab der Impedanz des spielenden Lautsprechers wird nun ein erratischer Spannungsverlauf am ihm erzeugt, der bei höheren Verstärkerinnenwiderständen relativ gesehen noch drastischer ausfällt. Anders ausgedrückt: Geringe Ausgangswiderstände sorgen für eine konstantere Spannung am Lautsprecher.

Dies liegt darin begründet, dass bei in Reihe geschalteten Widerständen sich die Spannung Ugesamt an den Widerständen proportional im Verhältnis zu den jeweiligen Widerstandgrößen Rn aufteilt (siehe auch Elektrotechnische Grundbegriffe). Es ist daher logisch, dass ein frequenzabhängiger wechselhafter Impedanz- und Spannungsverlauf einen Einfluss auf die tonale Wiedergabequalität bzw. den Frequenzgang hat. Der Dämpfungsfaktor ist somit eine Größe, die auf die tonale Qualität der Musikwidergabe eines Lautsprechers wesentlich einwirken kann.


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