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leserBericht: Hörerfahrungen mit einer Advance Acoustic Anlage -
CD-Player MCD-203II (699 Euro), Vorstufe MPP-505 (849 Euro) und Endstufe MAA-406 (899 Euro)

Ménage à trois

Advance Acoustic Anlage

August 2008 / Thomas Beierlein

Als ich das Angebot zum Testen einer Kette der Firma Advance Acoustic erhielt, schlug ich natürlich zu. Über deren Geräte habe ich in der einen oder anderen Publikation zwar schon einmal gelesen, aber so wirklich wahrgenommen hatte ich sie, ehrlich gesagt, bisher in der HiFi-Landschaft nicht. Zu Unrecht, wie sich zeigen soll, denn von den "üblichen Verdächtigen" made in China, die den Nimbus von Billigheimern und schlampig zusammen geschusterten Blechkisten umgibt, ist die vom Vertrieb Domino Design aus Wiesbaden bereit gestellte Kette meilenweit entfernt. Die Vordenker von Advance Acoustic sitzen in Frankreich und machen ihre Arbeit bezüglich Entwicklung und Design ausgesprochen gut. Was da derzeit in meinem Hörraum steht, ragt aus diesem Preissegment nicht nur aufgrund der ansprechenden Haptik und Optik sondern auch klanglich um eine Klasse höher hinaus. Die Testkette besteht aus dem Vorverstärker MPP-505, der Endstufe MAA-406 und dem CD-Spieler MCD-203II, der interessanterweise mit einer röhrenbestückten Ausgangsstufe aufwartet und ein Klangvergnügen der besonderen Art verspricht. Auch die anderen Geräte aus dem Portfolio der Firma haben es teilweise faustdick hinter ihren dicken Frontblenden, aber die wären einer besonderen Betrachtung in einem anderen Test wert.

Abholen, Auspacken und Beschnuppern

Bereits die Abholung der Geräte führt zu einem ersten Schockerlebnis der positiven Art: Die aufgedruckten Gewichtsangaben auf den Kartons versprechen zusammen ein Bruttogewicht von rund 40 Kilogramm, allein 21,5 kg gehen dabei schon auf das Konto der Endstufe. Den Rest teilen sich CD- Spieler und Vorstufe. Natürlich ist das reine Gewicht nicht alles bei der Beurteilung von Audio Geräten, aber die Erfahrung zeigte bisher, dass sich zuverlässige Technik, Solidität und Robustheit eben genau hier niederschlägt.

Advance Acoustic Fernbedienung

Beim Auspacken fallen einem schwere und solide Fernbedienungen (für den CD-Spieler und die Vorstufe) in die Hände, hergestellt aus soliden Stranggussprofilen mit einer wohlgefälligen Ergonomie und satt klickenden Druckpunkten. Bei anderen Herstellern wird für derart solides Beiwerk schon mal locker ein Drittel des Kaufpreises der Vorstufe fällig, der, um noch einmal auf den Preis zurück zu kommen, bei 849 Euro liegt. Der Preis der Endstufe beträgt 899 Euro und der des CD-Spielers 699 Euro. Da ich die Preise bis dahin nicht kannte, hätte ich durchaus auf weit höhere für die einzelnen Komponenten getippt. Was man für diesen Gegenwert aus den Kartonagen befreit, hebt sich optisch durch die zweifarbige Gestaltung (in silbern und schwarz gehalten) wohlgefällig und erfrischend anders zu den üblicherweise einfarbigen Fronten anderer Hersteller hervor und sorgt dafür, dass die Geräte etwas kleiner und unauffälliger wirken als sie es tatsächlich sind.

 

Advance Acoustic Endstufe MAA-406

Spätestens bei der Endstufe werden die Adjektive aber martialisch und durchaus männlicher: "Wuchtig" trifft es als gemäßigte Beschreibung wohl am besten. Allen Geräten gemein ist die solide und massive Frontplatte aus dickem Aluminium, der Gehäusekäfig ist schlichte und solide Hausmannskost, die man aber in dieser Preisklasse auch bei anderen Herstellern nicht besser serviert bekommt. Dass Advance Acoustic zudem eine schnell auf Kundenwünsche reagierende Firma ist, zeigen die Gehäusefüße: In der Testversion kamen noch solche aus Plastik zum Einsatz, die nicht so recht zum hochwertigen Gesamteindruck passen wollen. Bei den Geräten aus der neuen Serie werden nun Füße aus gedrehtem Aluminium verwendet. Passend dazu werden übrigens auch die Untersetzer zur rackschonenden Aufstellung mitgeliefert, auch diese gefertigt aus Aluminium.

Advance Acoustic Spike

Ein Übereinanderstapeln der Komponenten ist wohl nicht optimal: Die Geräte haben sehr unterschiedliche Tiefen und über der Endstufe sollte wegen der erheblichen Wärmeentwicklung ein Mindestabstand von 5cm zum nächsten Gerät eingehalten werden. Stromkabel liegen den Geräten bei, aber man sollte die Geräte für einen phasenkorrekten Anschluss beim Vertrieb oder Händler ausmessen und markieren lassen, sonst verschenkt man unnötig Klang. NF-Kabel sucht man dagegen vergebens. Aufgrund der unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten überlässt man es dem Kunden, sich für eine bestimmte Verbindungsart zu entscheiden und jede davon hat seine individuellen Vorzüge. Insgesamt hinterlässt die Kette einen soliden und hochwertigen Eindruck.

Vorverstärker MPP-505

Advance Acoustic Vorstufe MPP-505

Zukunftssicherheit steht auf den Fahnen von Advance Acoustic. So verwundert es nicht, dass der Vorverstärker MPP-505 eine Anschlussvielfalt auf dem Rücken trägt, die so manch anderes Gerät bisweilen schmerzlich vermissen lässt.

Advance Acoustic Vorstufe MPP-505 Anschlüsse

Zu den vier analogen Line- Eingängen in Cinchausführung (davon ein umschaltbarer MM/MC Phono-Eingang samt solider Schraubklemme zur Erdung) gesellt sich ein separat schaltbarer XLR-Eingang, speziell für einen CD-Spieler, hinzu. Daneben stehen beachtliche fünf Digitaleingänge (4x koaxial und 1x optisch) zur freien Verfügung bereit. Die drängen sich geradezu auf, wenn man neben den üblichen Quellen wie CD-Spieler, Tuner, Tape-Deck und Plattenspieler zusätzlich alle digitalen Quellen neueren Datums mit ins musikalische Boot holen möchte. Der digitale Sat-Receiver, DVD-Spieler wie auch die Playstation oder der Computer, auch per Airport Express verbunden, finden Anschluss und können als Musiklieferant genutzt werden. Nicht unüblich sei es zudem, die Advance Acoustic Vorstufe in ein bestehendes Surround-System einzubinden, um deren Stereoqualität uneingeschränkt nutzen zu können. Ausgangseitig stehen ein XLR-Anschluss und sein Pendant in Cinchausführung zur Endstufe bereit und ein Rec-Out ermöglicht Bandmitschnitte. Ein besonderes Quartett an Cinch-Anschlüssen stellen Subwoofer-Out und HighPass-Out dar: Der Subwoofer-Out verbindet sich mit einem aktiven Subwoofer und am HighPass koppelt man die bereits vorhandene Endstufe samt zugehöriger Hauptlautsprechern an.

Advance Acoustic Vorstufe MPP-505 Ausgänge

Durch eine integrierte aktive Weiche mit einer umschaltbaren Trennfrequenz (75 Hz oder 150 Hz bei jeweils 12 dB Flankensteilheit) bekommt nun jeder Zweig die optimalen Frequenzanteile zugeführt und minimiert Frequenzgangüberhöhungen oder gar Auslöschungen, wie sie im Subwooferbetrieb nicht selten entstehen können. Die Anpassung eines per Subwoofer unterstützten Systems gestaltet sich dadurch einfacher als bei den üblichen Anschlussverfahren anderer Vorstufen.

Advance Acoustic Vorstufe MPP-505

Die Front des MPP-505 ist übersichtlich gestaltet und beherbergt links und rechts neben dem zentral montierten Lautstärkeregler die Eingangswahltasten. Auf den zweireihig angeordneten LED-Anzeigen wird die gegenwärtig gewählte Tonquelle angezeigt.

Advance Acoustic Vorstufe MPP-505 Bedienfeld

Ein Blick in die übersichtliche und leicht verständliche Bedienungsanleitung klärt darüber auf, dass die Tasten CD und Digital mehrfach belegt sind. So schaltet man durch zweimaliges Drücken auf den CD-Eingangswahlschalter zwischen Cinch- und XLR-Belegung um, indiziert durch die blau oder rot leuchtende LED darüber. Des Weiteren schaltet man durch mehrfaches Drücken der Digitalwahltaste zwischen den fünf digitalen Eingängen um, jeweils angezeigt durch die zugehörige blau leuchtende LED in der oberen Lichtreihe. Alle Funktionen des MPP-505 sind auch per Fernbedienung bequem vom Sofa aus steuerbar und die Anzeigen sind auch auf größere Entfernungen noch gut zu erkennen. Lediglich eine Balanceregelung könnte der ein oder andere vermissen, die gibt es schlichtweg nicht.

Advance Acoustic Vorstufe MPP-505 von innen

Ein Blick in das Innere der Vorstufe zeigt einen sauberen und aufgeräumten Aufbau. Empfindliche Gemüter könnten sich höchstens an der Art der Kabelführung stören. Auf die technischen Werte nimmt dies aber keinen Einfluss.

Advance Acoustic Vorstufe MPP-505 TrafosDie digitalen Signaleingänge werden vom sorgfältig abgeschirmt untergebrachten DAC in Empfang genommen und moderiert. Das funktioniert in der Praxis schneller als die Umschaltung der träger reagierenden analogen Eingänge. Die Wandler stammen von Analog Devices und arbeiten mit 24 Bit bei 192 kHz. Aufgrund des Aufdrucks auf der Front der Vorstufe, der 24 Bit bei 384 kHz verspricht, kann man davon ausgehen, dass zwei derartige Wandlerchips im Inneren des DAC arbeiten. Wer auf die digitalen Eingänge mangels digitaler Quellen verzichten möchte, sollte sich die kleinere Vorstufe MPP-206 genauer anhören. Sie entspricht vom Analogteil her der MPP-505, somit sind alle analogen Anschlüsse (wie die XLR Ein- und Ausgänge sowie die aktive Trennung für den Subwoofer) vorhanden. Das fehlende DAC Modul schlägt immerhin mit satten 400 Euro Preisdifferenz zu Buche.

Advance Acoustic Vorstufe MPP-505 Detail innen

Im Test:

Vollverstärker:
Dussun V8

Audiochina GmbH

UVP: 1.200 EUR


 

Equipment:

Quelle:

Audiomeca Obsession II
Creek Destiny

Verstärker:

Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF

LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema