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BiWiring

Schema Bi-WiringEin klein wenig komplexer wird das Anschließen schon beim BiWiring. Wie beim SingleWiring gehören alle Plus- und Minusleiter des Verstärkers mit den entsprechenden am Lautsprecher verbunden. Glücklich und fein raus sind alle Besitzer eines Verstärkers mit einem BiWire- Anschlussterminal. Dieser machen ein spezielles Konfektionieren der Kabelstränge für den BiWire Betrieb überflüssig. Für alle, die nur ein einziges Anschlussfeld zur Verfügung haben bieten einige Hersteller fertig konfektionierte BiWirekabel an. Laufen alle Kabel einer Seite in einer gemeinsamen Ummantelung spricht man gerne von "nicht richtigem" BiWiring. Die Effekte, die man schließlich durch getrennte Leiter erzielen möchte werden durch steigende Kabelkapazität und Induktivität wieder ausgehebelt (siehe auch unter Kabel im Lexikon). Ob es einen Effekt bringt muss man daher vorher ausprobieren. Beim Anschließen sollte man also wieder auf die richtige Codierung der Anschlussstecker achten, denn macht sich ein Verpolen an einem Basstreiber zwar wieder gravierend bemerkbar wird es bei einem verpolten Hochtöner nun schon etwas schwerer, den Fehler auf Anhieb zu hören. Einerseits kommt es zwar zu einem Auslöschungseffekt zwischen den beiden Hochtönern des rechten und des linken Lautsprechers, aber so extrem wie im Bass stellt sich dieser wegen des gebündelten und nach vorne gerichteten Abstrahlverhaltens nicht dar. Andererseits kommt noch eine zusätzliche Auslöschung von Frequenzanteilen im Bereich der Übergangsfrequenz der einzelnen Chassis des betroffenen Lautsprechers hinzu, der sich umso mehr auswirkt, je geringer die Flankensteilheit der eingesetzten Frequenzweiche ausfällt. Genau zu diesem betroffenen Frequenzbereich hin arbeitet der Tief- Mitteltöner abfallend und der Hochtöner einsetzend so dass es im Normalbetrieb zu einer Addition beider Frequenzanteile kommt. Eine Verpolung eines Hochtöners führt zu einer 180 Grad betragenden Phasenumkehr bei der Schallwiedergabe und es so zu den besagten Frequenzauslöschungen auf einer Seite der Lautsprecher. Ein hartnäckiges Gerücht hält sich übrigens bezüglich einer konsequenten Verpolung der Hochtöner beim BiWiring und immer wieder bei den Mitteltönern beim TriWiring. Diese Anschlusstopologoie hat durchaus seine technischen Hintergründe und wird so auch hin und wieder in Mehrwegesystemen angewandt, um tatsächlich eine Phasenkorrektur zu erzielen. Hat der Lautsprecherhersteller dies vorgesehen und ist zudem einigermaßen auf Zack hat er das bereits im Anschlussdesign seiner Lautsprecher berücksichtigt und umgesetzt, aber erst NACH der Frequenzweiche. Deshalb sollte man unbedingt davon absehen, auf eigene Faust die Polung seiner Lautsprecher zu ändern, denn sonst kann es wieder zu den vorgenannten Auslöschungen um die Trennfrequenz aller Chassis kommen und die Lautsprecher klingen nicht mehr richtig und klanglich verfälscht.

Richtig angeschlossen kann sich BiWiring klanglich durch die auf den unterschiedlichen Leitungen entstehenden und teilweise begrenzten Rückwirkungen der einzelnen Treiber durchaus bemerkbar machen und dem Spieltrieb ist Tür und Tor geöffnet: Wer einem 4 qmm Kabel zum Tieftöner ein weiteres mit 1,5 qmm zum Hochtöner zur Seite stellt wird sicher einen klanglichen Unterschied feststellen, besonders dann, wenn das Kabel zum Hochtöner aus Silber besteht. Wer aber bereits ein 6 qmm Kabel im SingleWiring benutzt und sich nun ein weiteres 6 qmm zum Hochtöner gönnt wird eher wenige bis gar keine Unterschiede wahrnehmen. Denn streng genommen wird im BiWire Betrieb nur der Kabelquerschnitt erhöht, so dass sich die Kabelparameter in der Summe zwar verändern und auswirken, ab einer bestimmten Größe dann aber keine weiteren Steigerungen oder Veränderungen im Klang durch den Einsatz anderer Kabel mehr produzierbar sind. Hier liegt möglicherweise das Konfliktpotential, weswegen BiWiring kontrovers diskutiert wird. Man kann es aber, wenn bereits vorhanden, durchaus als vorbereitende Maßnahme zum BiAmping sehen.

 

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BiAmping

Schema Bi-AmpingBeim BiAmping oder wie viel auch immer Amping wird jedem Chassis eines Lautsprechers ein eigener Verstärkerzug zum Antreiben zugeordnet und der volle Frequenzbereich der Musik zugeführt. Die Filterung der entsprechenden Frequenzanteile erfolgt weiterhin in der im Lautsprecher befindlichen passiven Frequenzweiche. Notwendig ist nun eine weitere Stereoendstufe, analog dazu beim TriAmping zwei und so weiter. Wer bereits über eine Kombination aus getrennter Vor- und Endstufe verfügt, ist eindeutig auf der sicheren Seite, denn man besorgt sich eine zweite identische Endstufe und kann das Ganze anfangen zu verkabeln. Wer es ganz kompromisslos haben möchte, kann selbstverständlich mit der entsprechenden Anzahl an Monoendstufen arbeiten. Der Aufwand und die nötige Sorgfalt steigt beim Anschließen dann entsprechend an.

Besitzer eines Vollverstärkers haben es da etwas schwerer: Sie müssen zuerst prüfen, ob ein regelbarer Ausgang zum Anschluss einer weiteren Endstufe überhaupt vorhanden ist. Dieser trägt meist den Aufdruck "BiAmping" oder "Line-Out" und muss zwingend sowohl der internen wie auch externen Endstufe immer den gleichen Pegel zur Verfügung stellen. In einigen Fällen kann man den Vollverstärker in Vor- und Endstufe auftrennen und dann per Y-Kabel die interne wie auch externe Endstufe ansprechen. Ist ein solcher Ausgang nicht vorhanden oder sollte das Auftrennen nicht möglich sein, kann man sich an seinen Händler oder direkt an den Hersteller wenden und nachfragen, ob ein Auftrennen der Vor- und Endstufensektion und Herausführen eines pegelbaren Anschlusses nachträglich noch möglich ist. In vielen Fällen kann das noch nachträglich realisiert werden. Nur wenn es nicht möglich ist, eignet sich der vorhandene Vollverstärker nicht zum BiAmping Betrieb. Daneben gilt es, das entsprechende Pendant der Endstufensektion als reine Endstufe zu finden. Auch hier kann der Hersteller oder Händler Auskunft darüber geben, welche aus seinem Sortiment passt. In jedem Fall müssen die eingesetzten Endstufen identisch sein! Entgegen der Ansicht, dass eine große Endstufe für die Tieftöner und eine kleine für die Hochtöner ausreicht, muss man berücksichtigen, dass die im Lautsprecher eingebaute Frequenzweiche zum Erzielen eines bestimmten Schallpegels je Chassis eine bestimmte Eingangsleistung erfordert. Ist diese an den Eingängen unterschiedlich groß, spielen die einzelnen Chassis unterschiedlich laut, was eine Verschiebung der tonalen Balance nach sich zieht. Zudem wird im klassischen BiAmping eine Stereoendstufe pro Box eingesetzt, was eine Mischung aus unterschiedlichen Endstufen ohnehin von vornherein verbietet, da sonst der rechte zum linken Lautsprecher unterschiedlich laut spielt.

Sind die grundsätzlichen technischen Hürden genommen und steht der angewachsene Gerätefuhrpark bereit, gilt es, die Lautsprecher wie beim BiWiring wieder richtig ausgephast mit den Endstufen zu verbinden. Zusätzlich kommt das unbedingt richtige Ausphasen zwischen dem Ausgang der Vorstufe und den Eingängen der Endstufen hinzu. Verpolt man sich hier auf der einen oder anderen Seite kommt es trotz richtig angeschlossener Lautsprecher am Verstärker wieder zu den genannten Auslöschungen bei der Wiedergabe, weil sich die falsche Phase am Eingang wie ein Verpolen des Lautsprechers auswirkt. Da die eingesetzten Geräte aber vom selben Hersteller kommen darf ein derartiger Fehler bei Einsatz originaler Kabel als ausgeschlossen gelten. Sorgfältig darauf achten muss man bei selbst oder vom Händler speziell für diesen Einsatz angefertigten Y-Adaptern. Sollte es beim Probebetrieb zu einer hörbaren Verschlechterung des Klangbildes kommen liegt hier der erste Punkt der Fehlersuche, noch vor dem Prüfen der Lautsprecheranschlüsse.

Durch die doppelte Anzahl an Verstärkern ergibt sich oberflächlich betrachtet "nur" eine reine Verdopplung der Leistung und damit einhergehend eine leicht höhere erzielbare Lautstärke. Das ist rechnerisch durchaus richtig, doch darauf lässt sich BiAmping nicht ohne weiteres reduzieren. Es wirken im Betrieb nicht mehr alle Lautsprecher einer Box auf nur einen Verstärkerzug zurück, sondern verteilen sich auf gleich zwei Verstärkerzüge. Dadurch reduzieren sich die Rückwirkungen erheblich und der jeweilige Verstärker hat das eine verbleibende Chassis besser unter Kontrolle. Es kommt beim Tieftöner zu einer besseren und konturierteren Basswiedergabe die vielfach als schwärzer und packender empfunden wird. Beim Hochtöner führt es meist zu einer freieren und offeneren Wiedergabe. Insgesamt spielt die Lautsprecherbox jetzt lockerer und leichter auf, was den Einsatz von BiAmping durchaus als Überlegung zur Klangsteigerung rechtfertigt. Keinesfalls aber spielt der Tieftöner deshalb ein paar Hertz tiefer und der Hochtöner höher hinaus. Die konstruktiven Parameter der Lautsprecher und ihre Begrenzungen im Frequenzgang per se ändern sich keineswegs, wie vielfach angenommen wird. Dazu verlangt es nach tieferen konstruktiven Änderungen oder schlicht nach einem anderen Lautsprecher. Beim BiAmping wird übrigens nicht, wie man hin und wieder liest, eine aktive Frequenzweiche vor die Verstärker geschaltet. Das geschieht erst bei der Aktivierung der Lautsprecher.