Elipson
fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

fairaudio-leserbericht: Myryad MSI 2080Um es kurz zu machen, bereits beim ersten Anspielen des MXI 2080 kam meine Frau aus dem Arbeitszimmer und meinte, "Wow, das geht aber ab". Der erste Eindruck war wirklich, zwischen dem MXI 2080 und dem E206 liegen Welten. Wobei ich diesen hier bewusst relativieren möchte. Zum einen musste ich feststellen, dass mit bloßen Umstöpseln und Pegelabgleich "nach Gehöhr" kein seriöser Vergleich zulässig ist, zum anderen spielte auch die von mir verwendete Musik dem Myryad durchaus in die Karten. So bleibt zumindest für mich der Eindruck, der Myryad ist der schnellere, detailreichere und druckvollere Verstärker, der in der Lage ist, räumlich abzubilden, wenn die CD diese Informationen auch enthält. Der E206 hat all diese Tugenden auch, aber er vermittelte doch einen in Allem etwas gesetzteren Eindruck. Mir, als Liebhaber rhythmusbetonter, energiegeladener, "handgemachter" Rock und Pop Musik gefiel der MXI 2080 einfach besser, auch wenn der E206 beim längerem Hören etwas mehr Ruhe ausstrahlte.

fairaudio-leserbericht: Myryad MSI 2080

Da ich mich selbst auch mal an Schlagzeug und E - Bass versucht habe, ist mir vor allem der Drive, der zwischen diesen zwei Instrumenten entstehen kann, wichtig. Gleichzeitig ist die Darstellung filigraner, vielschichtiger Klangbilder etwas, was für mich die Faszination HiFi ausmacht. Wenn diese nicht zu einem Brei verkochen, sondern in jedem Detail nachvollziehbar sind.

Dieses umzusetzen gelang dem Myryad MXI 2080 z.B. bei The Verve´s "Catching the Butterfly", der großen Platte "Urban Hymns". Durch einen großen, dreidimensionalen Raum treibt ein überaus trockener Bass, der durch eine absolut klar aufgelöste Hi Hat Arbeit unterstützt wird. Die Atmosphäre dieses Stücks wird durch wabernde, spährische Gitarren geprägt. Mit dem MXI 2080 machte dieses Stück wirklich Spaß, hier stimmte die Dynamik, die spährische Stimmung inklusive der Detailinformation und einem trotzdem trockenen, treibenden Rhythmus. Mit einem Wort, das Stück klang spannend.

fairaudio-leserbericht: Myryad MSI 2080Das gleiche Bild gab sich, als die "Tourist" von St - Germain in den Player wanderte. So stellte der Myryad z.B. das Stück "Pont des Artes" mit einer Dreidimensionalität in den Raum, die ich so in meinen Raum bislang noch nicht gehört hatte. Hinzu kam eine kristallklar aufgelöste Hi Hat Arbeit von Idrissa Diop, begleitet von einem treibend trockenem Bass. Auch Alexanddre Destrezs Keyboardanschläge waren genau getimed und bekamen seitens des MXI 2080 eine gehörige Anschlagdynamik. Ebenso beherrschte er die durchaus dynamisch anspruchsvollen Anblasgeräusche der Blasinstrumente in dem Track "So Flute" und auch hier bettete er diese in einer swingend, treibenden, percusiven Beat. Lediglich im 1. Track der Scheibe "Rose Rouge" hätte ich mir eine etwas dynamischere, druckvollere Darstellung der Snaredrum gewünscht.

 

Quadral Aurum
North Star Essensio Plus

 

Als nächstes legte ich die "Close to Paradise" von Patrick Watson auf. Nachdem ich Patrick Watson diesen Sommer bei einem großartigen Auftritt im Spiegelzelt des Haldern Pop Festivals live erleben durfte, war ich extrem gespannt wie sich der Myryad dieser Aufgabe stellen würde. Mein Fazit, er blieb sich treu. So stellte er auch die liebevoll verzerrten Gitarren des Tracks "Lucius Life", sowie die mystische Stimme Patrick Watsons in ein treibendes Beet aus zwingenden Piano - Anschlägen begleitet von rollenden Toms. Ebenso griff er die jeweiligen Atmosphären der einzelnen Tracks gekonnt auf und gab jedem Track seine eigene Stimmung mit. Es machte einfach Spaß, mit ihm diese Scheibe nochmals zu erleben. Und wenn er natürlich auch nicht an die Life Performance herankam, so ließ er doch bei geschlossenen Augen so manche Erinnerung an einen gelungenen Festivalabend wieder aufblitzen.

Und für alle Freunde des gepflegten, rotzigen Rock´n Roll - keine Panik, der Myryad ist im besten Sinne absolut neutral, welche Stimmung er überträgt. Besser gesagt, wenn die Aufnahme stimmt, kann er es auch krachen lassen.

So machten z.B. die Liveaufnahmen der Pixies "Best Of" absolut Spaß, da die Aufnahme zwar rumpelte und lärmte, der Myryad dabei aber dennoch ein blitzsauberes Bühnenbild darstellte, gleichzeitig die verzerrten, ineinandergreifenden Gitarrenlinien wunderbar nachvollziehbar wiedergab und auch die Live Dynamik der Band glaubhaft darstellte.

Und die Limbo Messiah der Beatsticks führte glatt dazu, dass sich alle Nachbarn unserer kleinen Hausgemeinschaft zu einem Stell-Dich-Ein einfanden und dem kleinen Engländer ihren Respekt zollten.

So gilt es nun, mein generelles Fazit über den Myryad MXI 2080 zu ziehen. Absolut überzeugt hat mich der klangliche Charakter des Myryad. Hatte ich anfangs noch den Eindruck, er ist einfach analytischer als mein E206, so wurde mir bei längeren Zuhören klar, dass er zwar detailreicher, aber vor allem auch zeitechter spielte. Mit anderen Worten, der Myryad hat einfach Rhythmus und Feingefühl im Arsch und dementsprechend leichtfüßig gelangen ihm auch seine Darbietungen. Dieses verführte mich sowohl zu einem Streifzug durch fast meine komplette CD Sammlung, als auch zu immer längeren Hörabenden.

Ausstattungstechnisch brachte er alles mit, was ich von einem Vollverstärker erwarte und zudem bieten seine Kombinationsmöglichkeiten auch Ausbaupotential.

Über das Design möchte ich mich hier einer Wertung enthalten. Mein Eindruck ist aber, das dass Design zumindest rein technisch einer wesentlich klareren Designlinie folgt als so manch betagtere Komponente der großen Insel und auch die Anfassqualität diesen reiferen Eindruck unterstützt. Ob es nun auch gefällt, muss nun letztendlich jeder selbst entscheiden.

Für mich war jedoch die Stippvisite des Myryad MXI 2080 eine große Bereicherung. Schließlich weckte er mein Interesse an einem neuen Verstärker, an britischen Komponenten im Allgemeinen sowie speziell an Verstärkern der Fa. Myryad.

D.h., wenn ich mir in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft einen neuen Verstärker kaufen werde, so steht der MXI 2080 zumindest im Kreis der letzten Favoriten. Und Freunden o.g. Musikrichtungen, die einen Verstärker der Preisklasse EUR 1.500,-- bis 2.500,-- suchen, kann ich nur empfehlen die Suche nach einer Hörmöglichkeit für den Myryad aufzunehmen und sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.

fairaudio-leserbericht: Myryad MSI 2080