
Der Creek CD 43 Mk2 stammt aus dem Jahr 2000 und war seinerzeit eine Art Geheimtipp für guten Klang. Während japanische CD-Player-Boliden mit riesigen Gehäusen, Subchassis-Konstruktionen und etlichen Kilos Kampfgewicht ins Rennen um die Käufergunst gingen, gab es bei Creek ein windiges Alu-Gehäuse von 2,5 Kilo, das mit 20 Millimetern gerade so tief baute, dass die verwendete Abtasteinheit von Sony hineinpasste. Immerhin setzte der kleine Creek mit 24 Bit delta-Sigma Wandlern schon auf modernste Technik. Für den CD 43 Mk 2 habe ich im Jahr 2000 immerhin 1900 DM bezahlt. Die Firma Creek war zu diesem Zeitpunkt wenig bekannt, gehört aber heute ebenfalls zu den fest etablierten britischen Marken und feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Der aktuelle Nachfolger des CD 43 Mk 2 heißt Creek Classik CD und kostet ca. 1000 €.
Zur Erstaufführung in meinen heimischen Wänden reisten Apollo und Majik in ihren Originalkartons an. Selbstverständlich kamen beide Player in Begleitung einer geeigneten Fernbedienung. Die des Rega beeindruckt mit vielen Knöpfen, wird aber von der des Linn noch übertroffen - sie kann gegebenenfalls auch gleich die Regie über weitere Komponenten der Majik-Reihe übernehmen. Der Linn hat darüber hinaus hochwertige NF-Kabel (Linn black interconnect) im Gefolge. Der Rega kommt diesbezüglich mit schlichten Standardstrippen im Anhang. Der Fairness halber bekommt er den gleichen Anschluss wie der Linn spendiert. Mein Creek findet seit seinem ersten Tag bei mir Kontakt über Vampire interconnect CC. Die Fernbedienung des Creek ist so schlicht wie das ganze Gerät.
Aufstellen und einschalten ist bei allen Geräten problemlos. Linn und Creek haben ihre Netzschalter auf der Rückseite und werden bei Nichtgebrauch lediglich in den Standby-Modus versetzt. Beim Creek ist das existenziell, er hat regelrechte Starallüren. Wird er völlig vom Strom genommen, gibt er, nachdem er wieder am Netz hängt, für gut zehn Minuten lediglich ein leises Brummen von sich und verweigert darüber hinaus jeglichen Ton. Der Linn ist da unkomplizierter, genauso wie der Rega, der seinen Netzschalter sogar auf der Front trägt.
Vorstellung
Da der Creek bei mir Hausrecht hat, darf er anfangen. Im Player liegt noch "La Revancha del Tango" des Gotan Project. Zum Warmspielen - warum nicht.
Der Creek klingt, wie ich es gewohnt bin. Quicklebendig und bassgewaltig legt er los. Der Rega lässt sich anschließend nicht lange bitten und macht gleich klar, dass er andere Prioritäten setzt. Er wirkt ruhiger als der eher stürmische Creek, hat dafür mehr Zeit, sich um Details zu kümmern. Im Bassbereich wirkt er kontrollierter und tiefer. Das Klanggeschehen bildet der Rega näher beim Hörer ab als der Creek, der mehr Distanz zu den Musikern aufbaut und mehr räumliche Tiefe ins Spiel bringt. Was nicht heißt, dass der Rega zweidimensional spielt. Er holt das Klanggeschehen ein wenig mehr heran, wodurch es größer wird, während sich der Ausschnitt verkleinert und sich die Perspektive verkürzt. Etwa der Wechsel von der Totalen zur Halbtotalen. Dann kommt der erste Auftritt des Linn. Mit spitzen Fingern angele ich die CD unter dem Deckel des Apollo hervor (habe ich schon erwähnt, dass ich diesen Deckel nicht mag?) und lege sie in die Schublade des Linn. Und der schwenkt gleich die Cinemascopeoptik ein und geht in die Panoramaaufnahme. Dabei vereint er die Lebendigkeit des Creek mit der Detailgenauigkeit des Rega. Sollte der Plot so einfach sein?
Nach einigen weitern CDs haben sowohl die drei Player als auch die Röhren meines Verstärkers Betriebstemperatur. Klappe eins, die erste: Rega Apollo mit Patricia Barber, "modern cool". Und Action! Neunte Szene - tschuldigung, neuntes Stück: "She's a Lady". Der Bass steht wie zementiert im Raum. Tief und präzise. Die ansonsten hervorragende Aufnahme ist in einem Punkt kritisch: die Stimme von Frau Barber neigt zum Zischeln. Davon ist beim Rega keine Spur zu bemerken. Die Stimme wirkt sehr authentisch, auch sehr nah. Die Szene: ein Jazzclub. Schwere Vorhänge vor den Fenstern, dämmriges Licht, Kerzen, ein wenig Zigarettenrauch in der Luft. Ich sitze am ersten Tisch direkt vor der kleinen Bühne. Ich vergesse die Welt um mich herum, verliere mich in der Musik, in der Stimme von Frau Barber, die nur für mich zu singen scheint. Wunderschön.

Linn Majik Rückseite