Dr. Fuss nutzt dafür einen Sinusgenerator mit einer RC-Oszillatorschaltung , die eine genaue Phasenverschiebung von 90 Grad (Sinus zu Cosinus) erzeugt. Die Frequenz des Sinusgenerators ist in einem kleinen Bereich einstellbar. Dies erfolgt am besten mit einem entsprechenden Messgerät, hier reicht schon ein Multimeter mit Frequenzanzeige aus. Die Möglichkeit, das mit einer Stroboskopscheibe zu machen, würde den Fehler der Netzfrequenz auf das Netzteil übertragen und ist daher ungeeignet.
Nun zu den klanglichen Veränderungen. Mein Rega ist seit einiger Zeit mit einem Audio Technica PTG 33 Prestige MC als Tonabnehmer ausgerüstet - ich bin mit der hierdurch (gegenüber dem vorigen Micro Benz) erreichten Klangverbesserung nicht unzufrieden. Aber das "Fuss-Netzteil" machte den Fluss der Musik noch dynamischer. Bei Cassandra Wilsons Stimme auf der Blue Note LP "New Moon Daughter" bei " Last Train To Clarksville" ist es fast so wie in einer privaten live Session, es wird nahezu " intim", alles wirkt klarer, geschmeidiger und der Rhythmus stimmt.
Ein anderes Beispiel sind die Gitarrenriffs auf der Queen LP "A Nigth At The Opera" am Anfang von "The Prophets Song": Da denkt man förmlich, man stünde direkt daneben, die Präzision ist größer und auch die Dynamik gewinnt deutlich.
Als letztes noch ein Beispiel aus der Klassik: Herbert Tachezi spielt auf der Silbermannorgel in der Kathedrale in Dresden J.S. Bach (alte ETERNA DMM Platte). Hier wird die Größe des Raums deutlicher "spürbar", der Widerhall ist nicht diffus, sondern zeitlich absolut passend.
Am deutlichsten wurden die klanglichen Veränderungen allerdings, als ich das Netzteil wieder abschaltete. Es fehlte einiges. Cassandras Stimme schien rauer zu sein und auch um die Ruhe im Raum war es nicht mehr so gut bestellt. Bei allen drei Beispielen hört man dann deutlich, dass die Musik nicht mehr so flüssig klingt wie mit dem Netzteil zuvor.Erst jetzt wurde mir richtig klar, dass diese kleine Box ein absoluter Renner ist ... wie konnte ich vorher nur ohne leben? Ich weiß, Klangbeschreibungen sind immer sehr subjektiv, es spielt der persönliche Geschmack eine Rolle und jeder legt beim Hören von Musik seine Schwerpunkte auf andere Dinge - daher ist immer auch ein wenig Skepsis angebracht. Aber dieses kleine Netzteil kann ich nur jedem zum Testen empfehlen. Und ich glaube, ich liege nicht falsch, wenn ich behaupte, kaum einer wird es zurückgeben. Der Preis ist mit 290.-Euro sehr "geldbeutelfreundlich" und ich kann niemanden verstehen der, obwohl er diese Möglichkeit kennt, trotzdem bei seinem Standartnetzteil bleibt - und stattdessen lieber einige hundert Euro in einen neuen Tonabnehmer investiert. Der Klangewinn durch dieses geregelte Netzteil hat mich, wie schon gesagt, doch sehr überrascht. Aber er ist für jeden, der will, jederzeit klar reproduzierbar. Komisch nur, dass es in den HiFi-Zeitschriften hierüber wenig bis nichts zu Lesen gibt - sieht man mal vom LINN Lingo ab.
Werbung macht Dr.Fuss für seine Gerätschaften nicht, es gibt weder eine Web-Seite, noch einen Prospekt. Alles läuft über Mundpropaganda ... und der Mann kann davon leben. Dies spricht doch wohl wiederum für die Qualität der Netzteile ...