
September 2008 / von Sebastian
Mehrkanalsimulationen über Kopfhörer
Das Problem kennen sicher viele Cineasten: Das Heimkino steht bereit und man hat Lust auf einen bombastischen Film. Doch ein Blick auf die Uhr zeigt, dass man zum Wohle der Nachbarschaftsbeziehungen lieber doch nicht mehr den vollen Kinopegel ertönen lassen sollte. Bleiben als Notfalllösung noch die im Schrank ruhenden Stereo-Kopfhörer, die im Zeitalter von DolbyDigital und DTS Mehrkanal-Audiospuren allerdings ziemlich veraltet aussehen - und klingen.
Ganz ehrlich: Ein Film über Kopfhörer macht wenig Spaß, denn wenn sowohl das Gespräch der Hauptdarsteller als auch die Hintergrundgeräusche aus direkter Kopfnähe zu kommen scheinen, und nicht aus Leinwand und Umgebung, dann fehlt der Darstellung jede Menge Realismus.
Inzwischen gibt es bereits ein paar Lösungen für dieses Problem:
- einige Hersteller verbauen spezielle DSPs in ihre Receiver (DolbyHeadphone, SilentCinema usw.)
- es gibt DVDs mit speziellen DolbyHeadphone Audiospuren
Letztere sind allerdings nur äußerst selten zu finden - und sich ausschließlich wegen der Kopfhörer einen neuen Receiver zuzulegen (der meist eher enttäuschende Leistung bringt), kann auch keine Lösung sein.
Bleiben noch die ausgewiesenen Mehrkanal-Kopfhörerlösungen, von denen wir uns diesmal zwei genauer anschauen wollen:
1. Philips SBC-HD1500U "Cineos"
2. Beyerdynamic Headzone Home
Beide Systeme beinhalten einen Kopfhörer. Beim Philips ist das ein SBC-HD1505U
Digital-Funkkopfhörer und bei Beyerdynamic liegt deren Spitzenmodell, der DT880, in leichter Modifikation bei. Der Philips bietet vielfältige Anschlussmöglichkeiten mit zwei analogen Eingängen sowie einem Toslink und einem Coax-Digitaleingang (welche beide durchgeschleift werden können). Alle Eingänge können auch von der Vorderseite des Geräts ausgewählt werden.
Das Beyerdynamic System hat nur einen Coax sowie einen Toslink Eingang (wobei nur der optische durchgeschleift werden kann), und der Wechsel der Quelle muss über einen Schalter an der Rückseite des Geräts erfolgen.
Beide Systeme sind einfach anzuschließen und direkt nach dem Einschalten betriebsbereit. Komplizierte Konfigurationen entfallen. Auch die Bedienung während der Nutzung ist intuitiv und schnell möglich. Beide erkennen das ankommende Digitalsignal automatisch und zuverlässig.
Der Philips bietet eine Fernbedienung, über die sich alle Funktionen des Gerätes (bis auf die Lautstärke für den eingebauten Kopfhörerverstärker - hier merkt man die Ausrichtung auf den Funkkopfhörer) steuern lassen. Besonders praktisch, um schnell den Surroundmodus wechseln zu können.
Beyerdynamic hat seinem DT880 in der Filmversion ein extralanges Kabel mit eingebautem Lautstärkeregler spendiert. Hier wurde sinnvoll mitgedacht - sehr gut.
Vollverstärker:
Dussun V8
Audiochina GmbH
UVP: 1.200 EUR
Equipment:
Quelle:
Audiomeca Obsession II
Creek Destiny
Verstärker:
Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C
Lautsprecher:
Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta
Kabel:
NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF
LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema