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Das AM8033C ist ein kleines, unauffälliges Gerät, ohne viel Schnickschnack. Ursprünglich für den Betrieb in Heimkino-Anlagen gedacht, möchte ich kurz vom Einsatz in einer Stereo-Kette berichten. Vertrieben wird es von AK-Soundservices (www.ak-soundservices.de) und kann dort nur zusammen mit einem Beratungspaket für 275€ erworben werden. am8033CEs misst den verwendeten Subwoofer auf den Hörplatz oder einen größeren Bereich ein, indem es den Frequenzgang und die Nachhallzeit mit Hilfe von 24 variablen Filtern automatisch korrigiert. Es hat einen Eingang und zwei Ausgänge, von denen einer die Phase um 180° dreht. Zwei Taster an der Front sorgen für das Entfernen der Filter aus dem Signalweg (Bypass) oder für einen Tiefbassboost um 25 oder 35Hz (Lift). Vier LEDs zeigen den Zustand des Gerätes an. Der Ein- und Ausschalter findet sich auf der Vorderseite, der Netzteilanschluss für das externe Netzteil auf der Rückseite. Dementsprechend schnell ist das AM aufgebaut: Subwoofersignal an den Eingang, Ausgang zum Woofer. Mikro und Strom - fertig. Wer keinen AVR sein eigen nennt, der ein dediziertes Subwoofersignal zur Verfügung stellt, kann den Woofer auch über den Vorverstärker oder Preouts des Verstärkers anschließen. Dafür gibt es ein Zubehörkabel, welches über ein Widerstandsnetzwerk erlaubt, beide Kanäle an den Mono-Eingang des AMs anzuschließen. Das funktioniert in der Praxis auch ohne Probleme.

Ist alles verbunden, positioniert man das Mikrofon am Hörplatz. Durch gleichzeitiges Drücken der beiden Taster an der Vorderseite für ca. 3 Sekunden, initiiert man den Kalibrierungsprozess. Dabei erzeugt das AM viermal einen langen Sweepton von 16 bis 144Hz und misst dabei den Amplitudenfrequenzgang, sowie die Nachhallzeit, und korrigiert mit Hilfe der 24 variablen Filter automatisch die Wiedergabe.

Nach dem Einmessen ist mit Sicherheit eine erneute Anpassung der Subwooferlautstärke von Nöten, da die Filter des AM nur subtraktiv arbeiten. Das heißt, es werden keine Täler im Frequenzgang aufgefüllt, stattdessen der Pegel der umgebenden Frequenzen abgesenkt. Auch können Besitzer eines AVR mit Lautsprecherverzögerungseinstellung („Abstand“) den Woofer virtuell 90cm weiter zurück stellen, um die Signalverarbeitungszeit des AM auszugleichen. Im Höreindruck machte das für mich aber keinen Unterschied, solange der Woofer bei praxisnahen Frequenzen getrennt wurde, z.B. um 80Hz. Damit bin ich schon beim Stichwort - wie klingt das Ergebnis denn nun?

Nun, um das Fazit vorne weg zu nehmen: das AM schafft, was es soll: Raummoden bekämpfen. Was vorher unhörbar war, wird mit dem AM tatsächlich zu einem Gewinn für die Wiedergabe. Das AM schafft es zwar nicht, den Frequenzgang am Hörplatz komplett gerade zu bügeln. Das Ergebnis kann man im unteren Bild sehen. Dennoch - kein Vergleich zu „ohne“. Aus der knapp 10dB messenden Überhöhung zwischen 50 und 60 Hz und dem praktisch nicht vorhandenen Tiefbass zaubert das AM nach der Einmessung einen oberhalb von 50Hz sehr ausgewogenen Frequenzgang. Zwischen 30 und 40 Hz bleibt eine leichte Delle bei mir Raum, die bei normaler Musik ohne starke Tiefbassanteile allerdings nicht auffällig wird. Diese ließ sich allerdings bei Bedarf mit dem "Lift 35"-Taster so weit auffüllen, dass sie akustisch nicht mehr in Erscheinung tritt. Sehr gut!

AM8033C

Interessanter für die meisten Anwendungen sollte jedoch der Verlauf oberhalb von 50Hz sein. Die Frequenzgangmessung zeigt hier, neben dem langsam von der 50Hz-Mode abfallenden Frequenzgang, ein paar kleinere Dellen. Dies sind Frequenzbereiche, in denen die Wiedergabe von längerem Nachhall negativ beeinflusst wird. Dies gleicht das AM aus. Und in der Tat klingt dieser leicht wellige Verlauf etwas homogener und entschlackter, als ein glatter Frequenzgang.

Transrotor
ABACUS electronics

Da ich selbst kein Heimkino besitze, aber auf die Leistung des AM in einem solchen gespannt war, trug ich den kleinen Kasten zu einem Freund. Seinen Raum kannte ich bereits und wusste, dass dieser an leichter Modenausprägung leidet. Die Integration des AM in das Setup verlief schnell und einfach. Nach nur ein paar Minuten waren Aufbau und Messung beendet, das Ergebnis wartete darauf, gehört zu werden: Tja, zu hören war nach dem Angleichen der Lautstärke nicht viel, es klang im Grunde wie vorher. Beim Überfliegen der Einstellungen war der Übeltäter schnell gefunden. Die Frontlautsprecher waren als "groß" eingestellt und der Woofer entsprechend tief getrennt. Erst die Einstellung "klein" trennte den Woofer hoch genug, um den korrigierten Woofer auch im problematischen Bereich spielen zu lassen. Und siehe da, auf einmal klang der Bass weniger aufgebläht und dröhnend im Bereich um 50Hz und die recht dünne Wiedergabe um 70-80 Hz war wie weggeblasen. Dass meinem Kumpel der eingebaute Bassboost besser gefiel, steht dabei allerdings auf einem anderen Blatt.

Damit wurde auch direkt ein Manko des AM klar, welches ich bei mir feststellte, aber erst an dieser Stelle davon berichten möchte: es findet keinerlei Korrektur oder Anpassung an die Satelliten statt. Der Fairness halben muss aber auch erwähnt werden, dass das AM für den Einsatz am AVR gedacht ist. Diese übernehmen diese Aufgabe in der Regel.

Wenn die Lautsprecher jedoch bereits Moden anregen, kann das die Korrektur des Woofers allein natürlich nicht ausbügeln. Ein fehlender Hochpass für die Satelliten macht das sogar ziemlich wahrscheinlich, wenn man keinen AVR sein Eigen nennt - oder eine aktive Weiche, oder Aktivlautsprecher mit entsprechender Hochpassoption.

Dennoch, für den Preis kann ich im Grunde nur eine Empfehlung abgeben: ausprobieren! Der Kontakt mit den AK-Soundservices ist sehr gut, nett und kompetent. So kann bereits im Voraus geklärt werden, ob eine Integration des AM sinnvoll erscheint oder nicht. Was das AM im Zweifel jedoch zu leisten imstande ist, ist deutlich mehr wert, als man für das gleiche Geld bei einem vermeintlich besseren Woofer bekäme. Tatsächlich würde ich im Zweifelsfall dazu raten, lieber einen kleineren Woofer zu kaufen und das gesparte Geld in ein AM zu stecken. Und sei es, um bei der Aufstellung des Woofers flexibler zu werden. Die „bessere Hälfte“ wird sich dafür bedanken, dass der "hässliche Würfel" außer Sicht stehen darf – und der aufmerksame Hörer dafür, dass die Wiedergabe dennoch nicht leidet.