fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

leserBericht: Pointos Anima | Lautsprecher
Preis: 950 Euro/Paar

Eine Hörsession der
anderen Art

Pointos Anima

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September 2010 / Christian Löser

Das kennen wohl viele HiFi-Fans: Eigentlich ist man mit seiner Anlage ganz zufrieden, aber irgendwie möchte man trotzdem mehr. Vielleicht auch nur etwas anderes. So ging es auch mir mal wieder vor einiger Zeit.

Ich verkaufte meine Bowers & Wilkins CM7 - ohne Zweifel ein sehr guter Lautsprecher: superbe Verarbeitung, eine wunderbare Mittenwiedergabe und eine ganz annehmbare Räumlichkeit. Aber irgendetwas vermisste ich doch, nur war ich mir nicht ganz im Klaren darüber, was es eigentlich war.

Mich trieb der Gedanke um, dass noch etwas mehr möglich sein muss. Dass dieses „Mehr“ möglich war, wusste ich natürlich schon, nur wollte ich nicht unbedingt auch mehr bezahlen - und so begab ich mich auf die Suche. Probehören um Probehören folgte und irgendwie fing ich an den Verkauf zu bereuen, denn alle Lautsprecher, die ich hörte, waren zweifelsohne in einer gewissen Disziplin gut, aber die Allroundfähigkeiten der CM7 wiesen sie nicht auf.

Durch Zufall stieß ich im Internet auf einen Artikel, der eine neue, kleine Lautsprechermanufaktur aus Berlin zum Inhalt hatte: Pointos Audiosysteme (www.pointos.de). Zuerst war es das Design dieser Lautsprecher, welches mich ansprach. Minimalistisch und trotzdem elegant - aber das wird Geschmacksache sein.

Ich muss zugeben, dass ich anfangs sehr skeptisch war. Ich hatte die Befürchtung, Bausatzlautsprecher präsentiert zu bekommen: „Da wird wieder einer mal eine schlaue Idee gehabt haben und will den Lautsprechermarkt revolutionieren.“ Und in der Tat, das Konzept dieser Lautsprecher ist ungewöhnlich: Ein Breitband-Chassis in einem Transmissionline-Gehäuse. Nun bin ich durchaus ein Freund ungewöhnlicher Konzepte - meine Neugier war geweckt. Also rief ich den Inhaber Norman Schur an und machte einen Probehörtermin bei Pointos Audio aus.

Zufälligerweise gab es einen Tag nach dem Telefonat eine Produktvorführung in einem kleinen Geschäft in Berlin. Dort wurde das Pointos-Topmodell - die Quanta - vorgestellt.

Pointos Quanta

Als ich den Laden betrat, dachte ich, dass das einfach nichts werden kann, der Raum schien mir nicht geeignet zu sein und zudem: die Lautsprecher waren tatsächlich auf unterschiedlichen horizontalen Ebenen angeordnet! Dann erklang der erste Ton und ich erschrak ... einen solchen Klang hatte ich nun nicht erwartet.

Es folgte der verabredete Probehörtermin, diesmal sollte es der kleinste Lautsprecher, die Pointos Anima sein. Da es sich um einen Direktvertrieb handelt, wartete kein optimiertes Studio auf mich, sondern die hübsch eingerichtete Wohnung von Herrn Schur. Herr Schur bietet natürlich auch an, die Lautsprecher in den eigenen vier Wänden zur Probe zu hören.

Die kleinen Anima ist ein perfekt verarbeiteter und recht erwachsen aussehender Regallautsprecher. Beim Betrachten und Herumgehen spürte ich irgendwie die besondere Leidenschaft des Erbauers für sein Produkt. Die Haptik ist einfach anders als bei den mir bekannten Lautsprecherherstellern - man merkt, dass dies nichts von der Stange ist.

Pontos AnimaErwähnenswert ist noch, dass jedes im Handel erhältliche Furnier realisierbar ist (Sonderwünschen wird gegen Aufpreis entsprochen). Die Abmessungen sind für eine Kompakte ganz beachtlich (circa 27 x 44 x 33 cm, BxHxT), aber die Größe steht ihr. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei allen Lautsprechern von Pointos um Breitbänder mit Transmissionline-Basskonzept.

Nun gibt es ja immer wieder Vorurteile gegenüber Breitbändern - im Vergleich zu klassischen Zwei- oder Dreiwegelautsprechern sorgt hier ein einzelnes Chassis für die klangliche Versorgung über den gesamten Frequenzbereich. Die Musik kommt also nicht aus räumlich versetzten, meist vertikal angeordneten Chassis. Die zweite Besonderheit bei Pointos ist die Transmissionline. Ein weiteres Merkmal ist das völlige Fehlen elektronischer Bauteile.

Es folgte endlich das Hören ...
Im Test:

Vollverstärker:
Dussun V8

Audiochina GmbH

UVP: 1.200 EUR


 

Equipment:

Quelle:

Audiomeca Obsession II
Creek Destiny

Verstärker:

Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF

LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema