Nun, der Jungblut‘sche PMR ist eine metallene Schale von circa 30cm Durchmesser und etwa 12 cm Höhe. Designmäßig irgendwie zwischen Bronzezeit und Mittelalter. Er wiegt etwa 5 Kilo und besteht laut Michael Jungblut aus einer sehr hochwertigen Glockenbronze. Vorsicht: Die Ränder sind recht scharf!

Die Herstellung erfolgt im Sandgussverfahren, wobei die Form nach jedem Guss unbrauchbar wird. Für den nächsten Guss wird also wieder eine neue Sandform erforderlich. Das erklärt auch geringen Oberflächentoleranzen und macht jeden PMR letztlich zu einem Unikat. Also Handarbeit nach alter Väter Sitte. Ich mag so etwas.
In Siegen, dem Heimatort des Herstellers, durfte ich einer Demonstration des PMR durch Herrn Jungblut beiwohnen. Und ich erlebte, wie die durchaus highendige, aber nicht übertrieben teure Anlage von Herrn Jungblut (von Hause aus eher auf der transparenten, dynamischen Seite liegend) mittels des Einsatzes zweier PMR am Ende klanglich dermaßen zulegte, dass man zu der Meinung gelangen konnte, einer anderen, sehr viel höherwertigen Kette zu lauschen.
Vor allem der Hochtonbereich und damit die räumliche Abbildung gewannen an Realismus. Das klangliche Geschehen wirkte entschieden energiegeladener. Aber auch der Tiefton und die Klangfarben legten deutlich zu. Der wichtigste Zugewinn wurde dabei nach meinem Empfinden bereits mit einem einzigen PMR erzielt - dies betraf vor allem die Veränderung im Hochtonbereich und den Zugewinn in Sachen realistischer Abbildungshöhe. Der Einsatz des zweiten PMR rundete die positive Veränderung letztlich mit satteren Klangfarben und mehr Tieftonenergie zu einem äußerst stimmigen Gesamtergebnis ab. Danke für diese gelungene Demonstration!
Mit nunmehr zwei PMR im Kofferraum trat ich zu später Stunde den Heimweg ins Ruhrgebiet an. Zuhause folgte dann aber erst einmal eine gewisse Ernüchterung, wollten sich doch die in Siegen gehörten Verbesserungen nicht in gleicher Deutlichkeit einstellen.
Meine Analyse ergab, dass ich meinen Hörraum bisher wohl eher überdämpft und so eben auch die Ausbreitung der Obertöne erschwerte hatte. Also flogen etliche meiner teuren Mittel- und Hochtonabsorber raus. Die Hörprobe ergab: schon besser.
Als nächstes folgten Experimente mit der Aufstellung. Es zeigte sich, dass die PMR in meinem Hörraum recht empfindlich auf den Ort und die Höhe der Aufstellung reagierten. Kein Gedanke daran, einfach nur eine Schale auf den Tisch zu stellen und alles wird gut. Schade, das war ein schöner Traum.

Im richtigen Leben landeten die beiden PMR dann auf meinen Monoblöcken zwischen den Lautsprechern. Eine Aufstellung, von der Herr Jungblut eher abgeraten hatte. Dennoch stellte sich hier nun eine sehr realistische Darstellung der hohen Frequenzen ein ...