fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

leserBericht: Triangle Altea EX Standlautsprecher
Preis: 1.200 Euro

Französische Lebensart

Triangle Altea EX

Juli 2009 / Jochen Reinecke

Auf der Münchner High End war ich schon einige Male um die Lautsprecher dieses französischen Unternehmens herum geschlichen. Die dort aufspielende Triangle Magellan Concerto haute mich klanglich trotz eines tuschelnden und bonbonpapierknistenden Auditoriums schlicht um - leider überstieg der Paarpreis von 20.000 Euro die Kapazitäten meines Geldbeutels aber ein wenig ...

Mein Interesse indes war geweckt, und ich entschied mich, zurück in Berlin, die deutlich moderater gepreiste Altea EX auszuprobieren. Was mich nämlich für Triangle durchaus einnimmt, ist die scheint’s eher langfristig angelegte Produktstrategie des Unternehmens. Triangles Altea EX ist eine Weiterentwicklung der Altea ES: Optimiert wurden vor allem der Hochtöner (Phase Plug) und sein Wechselspiel mit den anderen Chassis. Sie ist Teil der Esprit-Serie, die mit den Modellen Titus und Comete zwei Regallautsprecher umfasst - und mit der Altea und Antal zwei Standlautsprecher. Man bekommt alle Lautsprecher dieser Serie in den Farben Schwarz und „Cognac“.

Triangle Altea EX - der Hochtöner

Als Hobby-Röhrist kann man in dieser Preisklasse gar nicht genug aufpassen, viele Lautsprecher haben hier schlicht und einfach zu wenig Wirkungsgrad oder machen hinsichtlich des Verstärkers im Tieftonbereich Probleme. Also denn - her mit den Dingern.

Der Lieferant schimpfte und fluchte ob des Gewichts, als er die Lautsprecherpakete hochschleppte - was ich als ein gutes Zeichen ansah. Immerhin schaffte er es allein. Der erste Eindruck nach dem Auspacken: Schick, aber keine Schönheit - teuer aussehend und gut verarbeitet. Die nackten Fakten: Die Triangle Altea EX ist ein ausgewachsener, ein Meter hoher und gut 35 cm tiefer 3-Wege-Standlautsprecher mit Bassreflexsystem (bauartbedingt vorne und hinten je eine Bassreflexöffnung) und Bi-Wiring-Terminal - leider mit billigen Brücken. Die Höhen zwitschert ein Druckkammerlautsprecher mit Titankuppel und Phase-Plug ins geneigte Ohr.

Bass-Mitteltöner und Tieftöner sind im 16cm-Format gehalten und arbeiten mit einer Glasfasermembran. 91dB/W/m dürfte man als überdurchschnittlichen Wirkungsgrad bezeichnen, die Sinusleistung ist mit 100 Watt an 8 Ohm angegeben.

Eine Besonderheit ist zu erwähnen: Die Triangle Altea EX hat im Lieferumfang als solide Standbasis eine (abschraubbare) Spritzgussbodenplatte, die wahlweise direkt aufliegend oder mit vier an den Ecken einschraubbaren Spikes den Kontakt zum Untergrund herstellt. Als Besonderheit und Reminiszenz an das Cello weist diese Bodenplatte einen sogenannten "SPEC" (Single Point Energy Conductor) auf, eine per Gewinde höhenverstellbare, eisengebürstete Spitze, die vorne mittig positioniert ist und die mechanische Energie der Lautsprecher kontrolliert in den Boden leiten soll.

Triangle Altea EX - SPEC

Wer die Altea EX aufstellen will, hat erst mal zu tun: Die billigen Bi-Wiring-Brücken wollen durch ordentliche Kabel ersetzt werden. Die vier Spikes wiederum müssen sorgfältig eingedreht und im korrekten Verhältnis zum "SPEC" auf Höhe gebracht werden. Wer hier schlampert, hat einen zum Lautsprecher mutierten Wackeldackel in der Wohnung. Wer sich hingegen ein wenig Mühe gibt (und über eine Wasserwaage verfügt), wird mit einem solide und felsenfest stehenden Lautsprecher belohnt.
Im Test:

Vollverstärker:
Dussun V8

Audiochina GmbH

UVP: 1.200 EUR


 

Equipment:

Quelle:

Audiomeca Obsession II
Creek Destiny

Verstärker:

Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF

LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema