Das Aufstellen und Platzieren der kleinen Lautsprecher gestaltet sich überraschend sorgenfrei, man sollte sich aber eines Ständers oder der optional erhältlichen Wallmounts bedienen, um sie auf Ohrhöhe zu hieven. Letztere könnten in schwierigen Räumen durchaus einen Problemlöser im interdiskutablen familiären Bereich (also mit der Ehefrau) darstellen, denn anders als bei vielen anderen Lautsprechern kann man die DB1i auch wandnah (etwa 15 cm von der Wand entfernt) aufstellen und betreiben, sie müssen also nicht zwingend mitten im Raum steht und so zu ständigen Diskussionen führen. Die Bedienungsanleitung ermuntert geradezu, mit der Entfernung zur Rückwand ein wenig zu spielen, um die individuell bevorzugte Basswiedergabe zu erzielen.
Freilich sehen die meisten Wohnräume ein wenig voll gepackter aus, als sie in den Aufstellanleitungen der Hersteller - und auch hier bei PMC - gezeichnet sind. Die einen oder anderen Lautsprecher reagieren empfindlich auf einen zwischen ihnen aufgestellten Schrank oder ein Bücherregal - und auch Sideboards sind ja nicht eben selten in „freier Wohnlandschaft“ anzutreffen. Was deren Besitzer beim Aufstellen so mancher Lautsprecher an Problemen ereilt, ist dem DB1i Betreiber recht schnuppe: Auf den Hörplatz einwinkeln, den Bass durch heran- oder wegrücken von der Rückwan
d einstellen - und fertig. Sogar auf dem gefürchteten Sideboard können die kleinen DB1i platziert werden, erscheinen dann allerdings, wenn man sie nicht vernünftig vom Untergrund abkoppelt, als etwas zu füllig, was aber auch wieder seinen Reiz haben kann. Ein Regalplatz zum Ausprobieren stand mir leider nicht zur Verfügung, ich möchte aber wetten, dass selbst an einem so ungünstigen Ort die DB1i viele ihrer Vorzüge ausspielen kann. Aber wie gesagt, es gibt immer noch die Wallmounts, um eine problematische Aufstellung zu umgehen.
Kleine Kompakte gehören ja mit Blick in den Vorurteilskatalog gemeinhin in kleine Räume - insbesondere, wenn große Lautsprecher dort mit Moden und anderem Ungemach zu kämpfen haben. Mit den DB1i habe ich in meinem quadratisch geschnittenen Raum ein geradezu perfektes Hörergebnis erzielt und hatte dadurch schon leichte Bedenken, sie in einen anderen Testraum, der von den Dimensionen her eher in Richtung Turnhalle tendiert, weiter zu reichen. Die vielleicht nachvollziehbare Überlegung war: Die PMC DB1i ist zu klein, hat zu wenig Dampf und kann dadurch im großen Raum nicht überzeugen.
Tja, und nun kommt die Szene an der Infotheke wieder zum Tragen ... Alle Eigenschaften dieses Wandlers, die in meinem kleinen Zimmer schon zur Verblüffung geführt hatten, haben im größeren Raum anscheinend noch mehr Luft, können sich noch besser entfalten. Ich möchte an dieser Stelle keineswegs dem Superlativ verfallen, denn wenn sich die kleine DB1i schon mit einem „Wow–Effekt“ präsentiert, wie soll man dann noch die größeren Lautsprecher aus der PMC-Palette einordnen, geschweige denn beschreiben?

In meinem Umfeld wurde die PMC DB1i in die Obhut einer Naim Kette (bestehend aus SuperNait und CDX2) gegeben. Eine durchaus passable Liaison, wie sogar die Naim-typischen Lautsprecherstecker am NACA5 Kabel durch reibungslose
Kontaktaufnahme mit den kleinen Lautsprechern am BiWire-Terminal unterstreichen. Da alle Testteilnehmer von der Insel kommen, sollten sie klanglich miteinander harmonieren - zumindest hatte ich darüber schon vielfach in den einschlägigen Foren gelesen.
So recht glauben kann man vieles aber erst dann, wenn man es selbst gehört hat. Oder in diesem Fall: hautnah erlebt hat. Denn mit den PMC an der Naim Kette tat sich mit einem Schlag eine Klangwelt auf, die ich bisher so in meinem Raum noch nicht gehört hatte und - um ehrlich zu sein - auch nicht erwartet hatte. Bei den ersten Takten fällt die im Vergleich zur nebenan stehenden „großen“ Naim Box extrem homogene und geschlossene Spielweise auf - die zunächst aber in den Höhen ein wenig beschränkt wirkt.
Die grellere Spielweise der Naim Allae ist jedoch gerade in meinem Raum eher ein Hindernis als ein Vorteil für zeitlich unbegrenzten Hörgenuss und erspielt sich dabei keinerlei „Mehr“ an hörbarer Information, wie man es bei einer helleren Abstimmung gemeinhin erwartet. Die DB1i spielt völlig unaufgeregt, in sich stimmig und verblüfft mit einer Vielfalt an Details, dass man doch arg staunen muss. Aufnahmen, die man vorher als verwaschen und diffus auf anderen Lautsprechern erlebt hatte, bekommen nun eine tiefe Klarheit, die Dank der neu gewonnen Einsicht in die Aufnahme erahnen – nein, klar erkennen - lässt, was die vormals merkwürdige Wiedergabe überhaupt erzeugt hat. Ein Beispiel? Bei Patricia Barbers Live-Aufnahme „You are my sunshine“ bekommt der Raum eine völlig neue Dimension; Details aus dem Publikum, die mit anderen Lautsprechern untergehen, sind klar zu erkennen und ergeben plötzlich einen schlüssigen Sinn. Ja, da ist ein Raum, definierbar, plastisch erkennbar, in dem eine Menge von Menschen sitzt und sich am dargebotenen Gesang erfreut. Man hat das Gefühl, dieser Menge anzugehören und dabei zu sein. Es findet keine überakzentuierte oder größere Abbildung statt als auf der Aufnahme gebannt ist. Der Ausdruck „live“ bekommt hier tatsächlich den Charakter, den er verdient.
Wo andere Lautsprecher einen Nebel aufziehen und ...