Input Audio
fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

Die erwähnte Lüftersteuerung wurde per Mausklick so angepasst, dass sie bei 59°C CPU-Temperatur den Lüfter solange einschaltet, bis 53°C erreicht sind. An hitzigen Sommertagen in meiner Dachwohnung kommt das schon mal alle 30min vor, aber das Geräusch ist bei laufender Musik und 3m Abstand zum Netbook kaum hörbar. Den Rest eines Jahres springt der Lüfter selten an – erneut schönen Gruß an den WAF. ASIO4All verursacht übrigens permanent 10% Prozessorlast während des Spielens. Ohne ASIO liegt sie bei 2% durch Foobar.

Wer den Lüfter falsch einstellt, das AA1-Tool abstürzen lässt und zu hohe CPU-Temperaturen hinnimmt, riskiert Garantieverlust für den Rechner und einen Totalschaden. Der Atom 270-Prozessor von Intel verträgt max. 90°C, die aber in Sekunden erreicht sein können. Eine Glasplatte unter dem Netbook schützt das darunter stehende Möbelstück ein wenig vor der Abwärme des Rechners.

Das Display des Netbooks kommt übrigens edel mit scharfer Darstellung, aber leider verspiegelt daher. Die Auflösung von 1024x600 Pixeln genügt völlig für Foobar und On Screen Display.

aspire notebook

Anschluss finden am Netbook im Übrigen per aktivem(!) USB-Hub der MP3-Player im Schlafzimmer, ein Nokia-Musikhandy sowie eine drahtlose, optische USB-Maus mit GHz-Funktechnik und Minisender sowie eine Fernbedienung (dazu später). Alle 3 USB-Ports sind damit belegt: DAC, Festplatte, Hub. Alles wurde gut im Rückteil des Möbelstücks unter dem Netbook versteckt. Alle Netzteile verschwinden auch unsichtbar unter diesem Möbelstück.

Ebenso wie die externe 250GB-Festplatte im 2,5‘‘-Format, die mittels der erwähnten sandgefüllten Versandtütchen aus Plastik vom Möbelstück isoliert wurde. Chinchilla-Badesand aus dem Zoogeschäft erfreut sich hier ungeahnter Nebentätigkeit, auch unter den CD-Playerfüßchen. Die besonders kleinen Folientütchen mit Nutverschluss gab’s dann allerdings doch nur bei einem bekannten Auktionshaus im Internet.

Aktuelle Notebookfestplatten sind fast immer sehr leise, Geräusche gibt’s kaum.

Ein extra Netzteil erscheint nötig, da Festplatten dieser Größe mit 2 Datenscheiben (Plattern) leicht energiehungriger sind, als kleinere Modelle. Dieses Netzteil kann mit einigen anderen weniger oft benötigten Geräten separat per ultrasolider Steckerleiste von Brennenstuhl aus dem gut sortierten Baumarkt geschaltet werden. Es muss keine Netzleiste für 500€ sein ;)

Übrigens: Der Stand-By-Modus des Aspire One schaltet unter Windows XP USB-Geräte nicht ab – daher der Schlafmodus.

Meridian sooloos
elac

Die Festplatte hat auch ein Metallgehäuse, um das wärmempfindliche Innere bestens zu kühlen. Plastik ist billiger, aber naja. Sicher abgelegt habe ich derzeit 135GB in ca. 1500 Alben mit exakt 15716 Dateien (Tendenz steigend) in den Formaten flac, mp3 (CBR und VBR), mpc oder ogg. Für Foobar incl. Datenbank alles kein Problem: Suchanfragen an Foobars Datenbank dauern unter 1 Sekunde incl. Erstellung einer Playlist. Das schafft man vor keinem CD-Regal.

hdd

Das Netbook verbraucht in dieser Konstellation ca. 15-18 Watt Energie unter Volllast incl. WLAN, also auch mit eingeschaltetem Display. Damit taugt es auch für stundenlange Downloadsessions der neusten Linux-Distribution ohne schlechtes (Umwelt-)Gewissen.

Per WLAN und tadellos funktionierender WPA2-Verschlüsselung im mittlerweile nicht mehr ganz aktuellen g-Standard bis 48Mbit/Sek. Übertragungsgeschwindigkeit wird Kontakt mit Internet und den restlichen Rechnern incl. Drucker im Haushalt aufgenommen. Denkbar wäre auch die Platzierung des Datenträgers am DSL-Router mit USB-Anschluss. Der fungiert dann als Server: Immer an und auf Wunsch auch im Internet verfügbar.

Einzige Kritikpunkte dieser Netzanbindung ist der zusätzliche Energieverbrauch incl. Strahlenbelastung und die für mich noch ungeklärte, langsame Datenübertragung zwischen den Rechnern im WLAN. Da der Leidensdruck dabei aber bisher nicht hoch genug war, wurde dieses Problem auf unbestimmte Zeit vertagt – 1MB/Sek. genügen derzeit auch für Netzwerkstreaming der flac-Audiodaten.

Fernbedienbar wird der Player mit dem „Multimedia Remote Controller“ von Hama in ca. Chipkartenformat. Allein diese Fernbedienung, so vermeine ich, erlaubt dem Nutzer für vertretbar hohe Investitionen die Fernbedienung jeder beliebigen Windows-Anwendung, die Tastaturkürzel unterstützt. Foobar ist so eine: In den Preferences die Kürzel definieren (oder die werksseitigen nehmen), die Hama-Software entsprechend per Assistent einstellen – fertig ist’s incl. rudimentärem On Screen Display sogar für die Lautstärke. Da mein betagter Rotel RA 935 BX nicht fernbedienbar ist, ein willkommener Nebeneffekt. Andere Fernbedienungen erlauben oft nur das steuern vorgegebener Anwendungen wie z. B. Windows Media Center.

Naja, und klingt das Ganze auch vernünftig? Und wie! Der V-DAC erweist sich als sehr ausgewogener Zuspieler, der es versteht, musikalischen Fluss zu transportieren. Seine britisch warme, überraschend ehrliche Art, die ausgeprägten Klangfarben und Detailtreue und der sehr konturierte Bass lassen ihn in high endigen Höhen erstrahlen. Stimmen erscheinen plastisch und hautnah, jeder Atmer ist hörbar. Raumstaffelung und Abbildungsschärfe sind auf höchstem Niveau. Besser geht’s kaum, Punkt. Limitierender Faktor ist eindeutig der Verstärker.

Hier ist aber jedem Interessierten eigener klanglicher Spielraum offen geblieben. Ob Cambridge Audio, Benchmark oder gar Apogee – alles, was sich per USB anschließen lässt, läuft auch ohne Grenzen.

Worin besteht nun die Flexibilität der Lösung? Jedes, wirklich jedes Glied der Kette kann zu jedem Zeitpunkt ersetzt werden. Ändern sich die Ansprüche wie auch immer, wird gezielt an der Stelle geändert, wo es nötig ist. Und zwar nur dort. Insbesondere das Netbook kann frei gewählt werden, was weite Anwendungsmöglichkeiten offen lässt - USB haben sie nämlich alle.

Was kostet das Ganze? Der Aspire One 110 kostete 180€, dazu 50€ Aufpreis für Windows. Die USB-Knechte Kabel, Hub und Maus kosteten zusammen 40€. Die Festplatte 55€ plus Netzteil für 20€. Die Glasplatte 2€, Sand und Tütchen zusammen 10Cent. Das PBJ war vorhanden. Macht in der Summe ca. 350€. Hinzu kämen noch der DAC sowie 20-30 Stunden Arbeitszeit zur Rechnerinstallation und zum Ausprobieren.

Die Preise, vor allem für den Rechner und die Festplatte, ändern sich aber im Wochentakt. Ein optisches Laufwerk zum CD-Rippen käme auf zusätzliche ca. 60€ (USB), spielt dann aber auch gleich DVDs.

Mir ist zu diesem Preis – unter Einbeziehung meines V-DACs - kein einziger CD-Spieler bekannt, der hier klanglich mithalten kann. Ganz zu schweigen vom Bedienkomfort und dem Internetradio. Und falls das Argument Pflegeaufwand (k)eines sein sollte: Maximal ein Mal monatlich Windows pflegen und ggf. Updates für Softwares ziehen - das war’s. Sonst spielt hier einfach nur Musik, stundenlang.

aspire

Die komplette Anlage:
Royd Squire Lautsprecher, Kabel Kimber
Rotel RA935BX Vollverstärker, Kabel Kimber
Acer Aspire One 110 Netbook mit cnMemory 2,5" ext. HDD 250GB (Western Digital)
Musical Fidelity V-DAC D/A-Konverter per USB am Netbook, Kabel Monster Cable
Marantz CD52 II SE CD-Player per S/PDIF am V-DAC, Kabel Ecosse
Music Hall MMF 2.2 Plattenspieler
Creek OBH 8 Phonopreamp, Kabel InAkustik
Project HeadBox II Kopfhörerverstärker, Kabel QED
Goldring DR150 Kopfhörer, Kabel QED
Netzleiste Brennenstuhl
Ent-/Ankopplung mittels Sandtütchen, Birke Multiplex (beides Eigenbau), Lautsprecherspikes
Möbel von IKEA (Birkenholz)


Bei Fragen zur Technik, zum Foobar On-Screen-Display-Script und zur Samurize config-Datei mailen Sie einfach an leserberichte (wegen Spamschutz: kein Link - bitte diese Adresse manuell übertragen) - wir leiten die Fragen an Herrn Bondarenko weiter.