Wer aber spielt denn nun die Musik unter Windows? Winamp? Nein, für meine Belange zu verspielt, zu „fett“. Windows Media Player? Nach meinem Geschmack zu unflexibel, zu wenige unterstützte Formate. iTunes? Zu unflexibel und von einem Hersteller, der gern Kunden an sich bindet ... Foobar2000? Ja!
Auf den ersten Blick etwas langweilig, aber auf den zweiten ein Meister seines Fachs, bei mir schon seit 8 Jahren. Mir persönlich ist kein Audioplayer für Windows bekannt, der so vielseitig und ressourcenschonend ist - und nichts kostet.
Foobars Werkzeugliste ist endlos: Er spielt (teils mittels Plugins) alle für Audiophile in Frage kommenden Dateiformate und unendlich viele andere mehr, ist komplett den Bedürfnissen des Nutzers anpassbar (hier wird gern das Plugin „ColumnsUI“ bemüht), unterstützt ASIO, pflegt auf Wunsch eine Musikdatenbank mit allerhand Komfort, unterstützt Playlists, Coveranzeige, Songtexte und Tagging mittels CD-Datenbank im Internet, konvertiert Formate und rippt CDs. Die restlichen ca. 8.549 Funktionen zähle ich jetzt nicht auf. Dabei kann jedes Kind den Player bedienen: Im einfachsten Fall die Titel im Dateimanager (z. B. Windows Explorer) markieren, in das Foobar-Fenster ziehen und den Playbutton drücken. Los geht’s. Foobars Autor sagt übrigens glasklar: Foobar2000 klingt mit oder ohne ASIO nicht besser als andere seriöse Softwareplayer. Damit wäre dieses Klischee auch endlich aus der Welt geträumt ... In meiner HiFi-Anlage wird übrigens auf die Soundprozessorfähigkeiten und den Equalizer von Foobar komplett verzichtet.
Leider verübelt Windows XP mit seinem sogenannten Mixer, der sturerweise alles Audiofutter resampelt und damit verändert, den Spaß am guten Klang sehr leicht. Um ihn los zu werden, gibt es aber schlaue Helfer: ASIO4All, der universelle ASIO-Treiber für Windows, ermöglicht für Foobar die Erstellung eines ASIO-Profiles mittels Foobar-ASIO-Plugin (hier gibt es außerdem eine Menge Foobar-Plugins jeder Geschmacksrichtung). Ist das Foobar-Plugin installiert, (die genaue Vorgehensweise wird im auch im fairaudio-Test der Digigram VXpocket v2 Soundkarte erläutert, die Readaktion) wird in den Preferences über „ASIO Virtual Devices“ ein Profil per Assistent angelegt. ASIO4All sollte hier so konfiguriert werden, dass alle Ausgänge außer USB Audio DAC deaktiviert sind. Das Bildschirmfoto zeigt die korrekte Einstellung:

Das fertige Profil wird dann in Foobars „Output“-Menü als Output Device gewählt. Fertig ist der Windows-Mixer-Killer und die Windows-Lautstärkeregelung funktioniert trotzdem noch, wenn in Windows‘ Audio-Systemsteuerung auf dem Reiter „Audio“ das Ausgabegerät „USB Device DAC“ korrekt gewählt wurde. Das ist verwirrend, funktioniert aber. Die korrekte ASIO4All-Funktion zeigt auch das grüne Play-Symbol (siehe gelber Pfeil) in Windows‘ Infobereich:

Ab Windows Vista ist Wasapi die Windows-Audio-Engine. ASIO ist hier unnötig.
USB Device DAC? Wozu das denn? Nun ja, die interne Soundkarte des Aspire One ist eher klanglich unterbelichtet. Externe Wandlung der digital angelieferten Signale ist meiner Ansicht nach Pflicht, wenn der Klang den eigenen Wünschen entsprechend hochwertig sein soll.
USB steht bedauerlicherweise im Verdacht, gern Jitter im Nutzsignal zu tolerieren oder gar zu verstärken. Egal, ob das stimmt oder nicht, der in dieser Lösung gewählte Wandler Musical Fidelity V-DAC soll sich konstruktiv immun dagegen zeigen. Die USB-Connection-Abteilung unterzieht das Signal einem Jitter-Reduktionsschaltkreis, was ihn (hoffentlich) fast komplett eliminiert.
Zudem bleibt im USB-Zuspiel der S/PDIF-Eingang des Wandlers frei, der mit dem „Producer“ des schottischen Kabelherstellers Ecosse meinem vorzüglich musikalischen, aber zuweilen etwas hastigen Marantz CD52 II SE zu neuen klanglichen Höhen verhilft. Und der optische (Toslink) Eingang des V-DAC ist auch noch frei ...
Einzig der etwas unglücklich platzierte Umschalter zwischen USB und S/PDIF//Toslink verlangt nach Kritik – zu fummelig das Ganze.
Das nötige USB-Kabel mit vergoldeten Vollformatsteckern stammt von Monster Cable. Es ist besonders gut geschirmt und recht flexibel, dabei schön anzusehen und solide. Das die Anschlusskabel aus Gründen geordneten Platinenlayouts beidseitig das solide Gehäuse des DAC verlassen, zwingt den Wandler aus dem direkten Blickfeld - sonst sinkt der Woman Acceptance Factor (WAF) der HiFi-Anlage erheblich. Der DAC hängt endlich per Kimber PBJ am Vollverstärker.
Der V-DAC verzichtet auf jeglichen Schnickschnack, ist mit seinem Metallgehäuse panzerschrankartig verarbeitet und kommt mit externem Steckernetzteil. Innen arbeiten 32-Bit-Wandler DSD-1792 von Burr-Brown - Wandler, die die für sie bestimmten Signale immer auf 32 Bit Auflösung hochrechnen (Upsampling). Ausgangsseitig stehen nur 2 Chinchbuchsen bereit. Das war’s.
Um den DAC vor jeglichen Vibrationen des Verstärkers oder von wo auch immer zu schützen, ruht auch er auf sandgefüllten Plastiktütchen (dazu kommen wir später noch).

Ein weiteres Foobar-Plugin stellt ein weitgehend flexibles On Screen Display zur Verfügung. Mit einer sehr einfachen Beschreibungssprache wird angegeben, welche Infos aus den Dateitags des aktuellen Titels in welcher Schriftart und –farbe wo auf dem Bildschirm angezeigt werden sollen. Fertig ist das informative Display, das bei Bedarf auch noch komplett abschaltbar ist (Fn + F6). Muss man aber nicht – ein schickes Hintergrundbild passend zum „Umfeld des Players“, und schon gleicht man WAF-Defizite wieder aus ... ;)
Nun, bis hierher scheint das Ganze bezogen auf Foobar eine ziemliche Plugin- und Anpassungsschlacht zu sein. Das stimmt. Aber das Ergebnis ist nach einiger Zeit exakt so, wie der Nutzer es will, komforttechnisch nach meinem Geschmack jedem CD-Player überlegen und klanglich über alle Zweifel erhaben. Und zu den Plugins wird man ja nicht gezwungen.
Internetradio spielt übrigens der Windows Media Player ausreichend komfortabel ab.