Die letztendliche Wahl fiel schnell auf eines der niedlichen Netbooks mit fast beliebigem Betriebssystem, die schon auf ihrem Triumphzug in allen Elektromärkten waren. Man könnte einwenden, dass Mediaplayer wie der Apple iPod oder Sonos-Technik doch ebenso in Frage gekommen wären. Das stimmt so nicht: Unter dem Gebot maximaler Formatflexibilität, gewünschter optischer Anpassungsfähigkeit und möglichst viel Kontrolle über alle Vorgänge incl. relevanter Datenübertragung kommt jede Lösung, die ausschließlich firmwaregesteuert arbeitet, nicht in Frage. Der Grund für mich: Der Firmwarehersteller, in der Regel also der Gerätehersteller, unterstützt das Gerät und neuere oder geänderte Dateiformate nur solange, wie sich damit Geld verdienen lässt. Das allerdings würde sehr daran hindern, den Player im Falle von z. B. zusätzlichen Audioformaten zu nutzen, denn der Hersteller verkauft auch gern mal ein neues Gerät. Man wäre also auf Gedeih und Verderb dem Hersteller ausgeliefert. Noch schlimmer wird es bei Änderungen zum Beispiel an der Netzwerktechnik.
Das Netbook sollte unter Windows (XP) zufriedenstellend schnell laufen und möglichst eine SSD-Harddisk eingebaut haben, um Laufwerksgeräusche kontrollieren zu können. Wichtigster Punkt sind die Geräusche im Betrieb: Ein ständig laufender Prozessorlüfter geht hier gar nicht. Der Acer Aspire One 110 war zum Zeitpunkt der Entscheidung nach meinem Kenntnisstand das einzige Netbook, das mittels Fremdsoftware die Lüftersteuerung dem Nutzer überlässt. Das geht aber nur bis zur BIOS-Version 0.3305 mit der Freeware „AA1 Fan Control“ kinderleicht. Allerdings muss diese Software mit Administratorrechten laufen, sonst stürzt sie zuweilen unmotiviert ab. Beim Rechnerstart verlangt sie also nach dem Administratorpasswort, was aber nicht stört, da alle Hard- und Software den Schlafmodus von Windows XP hervorragend unterstützt. Dieser erlaubt das komplette Ausschalten des Rechners ohne anschließenden Neustart – der „Player“ ist in ca. 15 Sekunden einsatzbereit. Der Rechner wird max. 1 Mal monatlich neu gestartet, wenn manuell Windows-Aktualisierungen eingespielt werden (manuell deshalb, weil man den Rechner dann eben nicht alle 5 Tage neu starten muss; komfortable, regelmäßig aktualisierte Patchpakete für Windows gibt es z. B. bei WinFuture). Die lästige Passworteingabe ist also selten.
Im Normalbetrieb arbeitet Windows mit eingeschränktem Nutzerkonto, um ungebetenen Eindringlingen aus dem Internet Einhalt zu gebieten.
Und in schickem Glanz-Braun sieht der Aspire One auch noch toll aus ...

Völlig ausreichend ist die Standardausstattung des Netbooks: 1,6GHz 1-Kern-Prozessor mit 512MB Arbeitsspeicher und 8GB SSD-Harddisk (7GB davon sind mit Windows und Anwendungen belegt). Letztere ist im Aspire One 110 allerdings so langsam, dass Windows zuweilen widerwillig komplexere Programme startet. Laufen diese aber erst einmal (auch nach dem Schlafmodus), geht’s sehr ausreichend flott vorwärts. Für flac, mp3 und gelegentliches Netzsurfen reicht das mehr als aus. Moderne SSDs sind hier allerdings klar im Vorteil. Eine solche im Aspire One würde allerdings ein BIOS-Update erfordern – was wiederum die genannte Lüftersteuerung aushebelt.
Windows XP wurde so eingerichtet: Die bunte Luna-Oberfläche läuft mit dem sog. Zune-Theme, welches edles schwarz auf der Oberfläche dominieren lässt. Automatische Updates wurden ausgeschaltet, um wie erwähnt häufige Rechnerneustarts zu verhindern.
Die Energieverwaltung wurde so konfiguriert, dass der Ein-/Ausschalter das Netbook in den Schlafmodus schickt und weder Bildschirmschoner noch Festplattenabschaltung nach Untätigkeiten des Rechners drohen.
Die Windows-Firewall wurde aktiviert, ist meiner Meinung aber eigentlich unnötig, da der vorgeschaltete DSL-Router bereits eine mitbringt.
Ein Anti-Virenscanner läuft nicht, was aber den Besuch von Webseiten mit einem gewissen Risiko behaftet. Hier sollte man sich also zurückhalten oder den neuen, nach meinen persönlichen Erfahrungen hervorragenden Virenscanner von Microsoft Security Essentials installieren: Ressourcenschonend und kostenlos. Flac und mp3-Viren sind mir selbst nicht bekannt, pdf-Viren hingegen schon.
Der Adobe Reader für Albumcredits, Cover und Songtexte oft im pdf-Format wollte ich nicht missen. PSPad als Texteditor hilft auch oft, genauso wie der Total Commander für High-End Dateimanagement. Für ihn gibt es auch spezielle Audio-Plugins.
Operas Webbrowser Version 10 vermittelt zusätzlich Geschwindigkeit beim Surfen. Für’s Netz ist außerdem Adobes Flashplayer, Suns Java und Apples Quicktime sinnvoll, obwohl mir persönlich die Sicherheitsrisiken zu hoch sind. Um Albumcover und schwierige Taggingfälle kümmern sich bei mir Album Art Downloader und das vorzügliche MP3Tag (auch für flac und ogg).
Über die Systemauslastung informiert das kostenlose Tool „Serious Samurize“ nach ausschweifender Anpassung direkt in der Taskleiste. Das Ein und Ausschalten beschleunigt das Tool „Shutdown Element“, welches dafür spezielle Buttons in der Schnellstartleiste einnistet.
Sämtliche genannte Software bis auf Windows und Total Commander ist für den Privatgebrauch kostenlos!
Es sei erwähnt, dass eine Linux-Lösung mit aller genannten Hardware sicher sogar noch stressärmer funktionieren würde. Allein mir fehlen die vielen Fische in Form von Befehlszeilenparametern als Leckerei für den immer hungrigen Pinguin ... Linux zu administrieren ist nach wie vor nichts für Neulinge. Acers mitgelieferte Linux-out-of-the-box Lösung ist dabei aber echtes Plug and Play: Rechner Starten, Festplatte ran, DAC ran, los geht’s.