HiFi Lexikon – Highend Audio Begriffe HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

Frequenzbereiche (Bass-, Mittelton-, Hochtonbereich) 


Der menschliche Hörbereich umfasst in etwa den Bereich von 20Hz bis 20.000Hz (wobei in höheren Lebensaltern die Obergrenze deutlich unter 10.000Hz fallen kann), was dem Umfang von etwa 10 Oktaven entspricht. Zum Vergleich: Der Bereich des Sehens erstreckt sich lediglich auf ungefähr eine Oktave.

Ein Problem bei Klangbeschreibungen ist mitunter, dass es keine einheitliche Definition beziehungsweise Benennung einzelner Frequenzbereiche gibt.

Die folgende Übersicht soll natürlich ebenfalls nicht als „amtliche“ Definition verstanden werden und auch die zugehörigen Beschreibungen lassen sich zum Teil nicht einfach starr in einen festen Frequenzbereich einordnen beziehungsweise eindeutig abgrenzen - dennoch liefert eine solche Systematik gute Anhaltspunkte, um das Thema Frequenzbereiche anschaulicher und nachvollziehbarer werden zu lassen:

20-40Hz: Tiefbass
Nicht allzu viele Instrumente dringen so weit nach unten: Zum Beispiel elektronische und akustische Bässe, Flügel, Orgeln, Harfen.

40-100Hz: Mittlerer Bass
In diesem Bereich findet sich häufig die Resonanzfrequenz (Tuningfrequenz) von Lautsprecher-BassreflexsystemenViele Akustikinstrumente weisen hier ihren tiefsten Grundton auf:  Der tiefste Grundton (leere E-Saite) einer „normal“ gestimmten Gitarre liegt bei etwa 82Hz, ebenso der einer Posaune, der eines Cellos bei 65Hz.

100-150Hz: Oberbass
Die Sprachgrundfrequenz der männlichen Stimme liegt in etwa in diesem Bereich. Ebenso die tiefsten Grundtöne von Alt- und Tenorsaxophon.

150-400 Hz: Untere Mitten/Grundtonbereich
Zusammen mit insbesondere dem Oberbass in hohem Maße entscheidend für die empfundene Wärme und Fülle des Klangbildes. Der unteren Grundton der Violine (200Hz) sowie die weibliche Sprachgrundfrequenz sind hier zu finden.

400-1.000Hz: Mittlere Mitten
Das Telefon-Freizeichen in Deutschland liegt bei ungefähr 425Hz. Der Grundtonumfang sehr vieler akustischer Instrumente berührt diesen Bereich. Eine Überbetonung der mittleren/oberen Mitten kann einen sehr direkten, vorwärts gerichteten Klangeindruck suggerieren.

1.000-2.000Hz: Obere Mitten
In diesem Bereich endet der Grundtonumfang (nicht das Obertonspektrum, siehe dazu auch die Stichworte Ton, Klang, Oberton) von Instrumenten wie Geige oder Trompete. Eine Überbetonung der oberen Mitten/unteren Höhen provoziert in der Regel ein präsentes, näselndes, helles Klangbild.

2.000-3.500Hz: Untere Höhen
Von etwa 2000-5000Hz  erstreckt sich der Bereich der größten Empfindlichkeit des Gehörs - Schwachstellen einer HiFi-Kette werden in diesem Bereich besonders leicht offenkundig. Zugleich ist diese Region sehr maßgeblich für die Oberton-Wiedergabe der menschlichen Stimme. Die Obertöne bestimmen die Klangfarbe einer Stimme (sowie natürlich die von Instrumenten) und sind grundlegend dafür, dass wir ein bestimmtes Instrument/eine bestimmte Stimme eindeutig zuordnen können.

3.500-6.000Hz: Mittlere Höhen
In den mittleren und oberen Höhen kommen beispielsweise die Sibilanten (S- bzw. Zischlaute der Stimme) verstärkt zum Tragen - eine überprononcierte Darstellung wird meist als sehr unangenehm empfunden. Insgesamt kann aus diesen Frequenzbereichen sowie aus den unteren Höhen ein harter, gläserner, metallischer Klangeindruck oder umgekehrt ein muffiges, intransparentes Musikbild herrühren. Eine Piccoloflöte erreicht in den mittleren Höhen ihren höchsten Grundton, ebenso ein Flügel (ca. 4.200Hz).

6.000-10.000Hz: Obere Höhen
Auch hier finden sich noch Obertöne der menschlichen Stimme. Orgeln können in diesem Bereich noch Grundtöne produzieren.

10.000-20.000Hz: Superhochton
Bis in die oberen Höhen, aber auch in den Superhochtonbereich  reichen die nach oben hin in immer kleineren Intervallen folgenden Obertöne vieler Instrumente (in stärkerem Maße  z.B. Geige,  Piccoloflöte, Oboe, ...) Die Wahrnehmung feiner Luftigkeit im Klangbild, von Air, wie es im englischen Sprachraum heißt, wird maßgeblich von den höchsten Frequenzlagen vermittelt, was gleichzeitig dazu führt, dass der Eindruck eines fast grenzenlos nach oben offenen Hochtons entsteht. Ein diesbezüglicher Mangel führt nicht selten dazu, dass auch der empfundene Raumeindruck, die Bühnenhöhe ungewohnt niedrig gerät.

 

 

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