Test: Expolinear Studiohorn 2-60 | Lautsprecher | Preis: 6.000 Euro (optional: TW-1 Superhochtöner | Preis: 500 Euro)

Der Name als Programm

Expolinear Studiohorn 2-60

 

November 2011 / Martin Mertens

Die Firma Expolinear hat ihren Sitz in Berlin, und das seit über 30 Jahren. Begonnen hat Expolinear mit der Entwicklung und Produktion von Hornlautsprechern. Daher kommt auch der Name des Unternehmens: Die meisten Hornlautsprecher besitzen einen Hornverlauf, der nach einer Exponentialfunktion berechnet wird. Doch gerade im Bassbereich ist es schwierig, mit einem Exponentialhorn Expolineareinen linearen Frequenzgang zu realisieren. Der Name „Expolinear“ war also Programm: Man baute Exponentialhörner mit einem möglichst linearen Frequenzgang.

Der Vorteil von Hornlautsprechern ist, dass sie meist einen besonders guten Wirkungsgrad haben. Deshalb werden sie gerne im Zusammenhang mit Röhrenverstärkern verwendet, da diese meist nicht so hohe Ausgangsleistungen liefern wie Transistorverstärker. Dumm nur, dass Expolinear mit seinen Hornlautsprechern Anfang der 1980er-Jahre auf den Markt kam - einer Zeit, als die audiophile Welt sich weitgehend der Transistortechnik verschieben hatte. Und obwohl es auch in unseren Landen einige unbeugsame Anhänger der Röhrentechnik gab, folgten die Berliner, nachdem sie fünf Jahre lang auf Exponentialhörner gesetzt hatten, dem Trend der Zeit und konzentrierten sich auf Bassreflex-Lautsprecher. Bassreflex-Boxen von Expolinear verbinde ich nun mit meiner Berliner Zeit ...

Mit einem Wechsel von Köln nach Berlin, vor gut 13 Jahren, und der damit verbundenen Veränderung der Wohnsituation, wurde auch ein Wechsel meiner Lautsprecher notwendig. Hier blieb ich letztlich bei einem Paar Expolinear T-120 hängen. Diese Lautsprecher besitzen viele Tugenden, die ich sehr schätze: Sie klingen nicht nach „Kiste“, was vermutlich der effektiven Unterbindung mitschwingender Gehäusewände durch ihre Expolinear Studiohorn 2-60Verkleidung mit Naturstein und Glas zu verdanken ist. Und sie sind schnell, was ich nicht zuletzt auf die eingesetzten Treiber zurückführe: ein Bändchen im Hochtonbereich und ein Tiefmitteltöner von Görlich, ein Hersteller, der für seine leichten, steifen Sandwich-Membranen bekannt ist. Inzwischen gibt es die T-120 in überarbeiteter Form als „Serie 2“. Kollege Ralph war übrigens von den größeren Expolinear T-220 Limited Serie 2 sehr angetan. Hierbei handelt es sich im Prinzip um eine T-120 mit einem zweiten Tiefmitteltöner.

Soweit ein kleiner Rückblick in die Geschichte(n). Aber schauen wir vorwärts - auf die Expolinear Studiohörner 2-60 vor mir. Ja, Sie haben richtig gelesen: Studiohörner! Back to the roots? Hat das wiedererstarkte Interesse an Röhrenverstärkern seit Anfang der 1990er-Jahre Expolinear veranlasst, sich wieder dem Thema Horn zu widmen? „Auch“, sagt Jörg Henning-Reinelt, Firmenchef und Mastermind von Expolinear. Der größere Teil der Nachfrage wäre allerdings aus dem Studiobereich gekommen. Expolinear gehört nämlich auch zum Stammausstatter diverser Tonstudios. Und da man im Bereich Hornlautsprecher über einiges an Erfahrung verfügt, wurden gleich drei neue Modelle entwickelt und der hochwertigsten Produktlinie des Hauses, der „Prestige Serie“, zugeordnet: das Studiohorn „2-60“, das „3-80“- und schließlich das „DeLuxe“-Modell. Beim „2-60“, um das es in diesem Test geht, handelt es sich also um das kleinste Studiohorn.

 

 

 

 

 

Im Test:

Horn-Lautsprecher:
Expolinear Studiohorn 2-60

Preis: 6.000 Euro

Hersteller & Vertrieb:
Expolinear Elektroakustik

Telefon: 030 - 8 73 94 54
eMail: info@expolinear.de
Web: www.expolinear.de

Equipment:

Quellen:

analog:
Thorens TD 160 HD
(mit TP250 Tonarm &
Benz Micro MC Gold
Tonabnehmer)

digital:
Creek CD 43 Mk II
Logitech Transporter

Verstärker:

Phono-Pre:
Lehmann Black Cube SE II

Vollverstärker:
Jadis Orchestra blacksilver
Exposure 2010 S

Lautsprecher:
Gaithain ME150

Kabel:
NF: Vampire CC
LS: Fast Audio Compact 6M in Biwiring-Konfiguration

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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