zunächst mono

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ölig!?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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füher schluss

Klang: NuPrime STA-9

NuPrime STA-9 Logo

Die Mono-Variante
Nehmen wir die NuPrime STA-9 per XLR an die Leine – und zwar zunächst als Monos. So sollten immerhin 2 x 290 Watt zu Verfügung stehen, was die Chance erhöht, dass man sie vielleicht sogar mit großen Endverstärkerschwergewichten wie meinen NuForce Reference 20 oder dem AVM Ovation SA 6.2 zusammen in den Ring schicken kann - worauf ich besonders neugierig bin. Auf den Betrieb als Stereoendstufe gehe ich weiter unten natürlich ebenfalls ein.

Und wenn man vielleicht insbesondere darauf gespannt ist, was dieses fliegengewichtige Duo mit seiner - zumindest auf dem Papier - schon fast hochstaplerisch anmutenden Ausgangsleistung nun tatsächlich an Schub und Kontrolle an die Lautsprecher liefert, fallen mir bei den ersten Hörrunden zunächst andere Charaktereigenschaft ins Ohr. Nun, die Mär vom harschen Digitalklang von Class-D-Verstärkern – die wie die STA-9 eh meist analog arbeiten - sollte sich ja hoffentlich sowieso schon überlebt haben: Passend dazu zählen die NuPrime STA-9 auf jeden Fall zur Sorte absolut langzeittauglicher, da schon fast auffällig zischel- und härtefreier Amps. Keine Sorge, als Weichspüler gehen die STA-9 ebenfalls keineswegs durch, dazu gleich mehr, wenn wir das Thema „Dynamik“ näher beleuchten. Ich empfinde das Klangbild der STA-9 – eher schwer zu beschreiben, mir fallen leider keine anderen Worte ein – vielmehr als leicht „ölig“. Jedenfalls geht es in keiner Weise so weit, dass die NuPrime das Gebotene irgendwie künstlich verrunden würden. Den oft zitierten besonderen „musikalischen Fluss“ möchte ich in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht bemühen. Nein, die STA-9 weisen in dieser Hinsicht gewissermaßen schon eine eigene, wenn auch zugebenermaßen subtile Note auf.

NuPrime STA-9 hinten Detail

Womöglich steht diese Note auch im Zusammenhang mit der gerade für diese Preisklasse lobenswert hervorzuhebenden Klarheit und Störungsarmut, die die NuPrime STA-9 verströmen: Instrumente und Stimmen werden dadurch einerseits wunderbar grisselfrei, klangfarbecht und (auch räumlich) angenehm transparent definiert. Andererseits kommen die STA-9 dadurch ohne die geringste Dosis an – ich hoffe, nicht nur die Fotografen und Photoshop-Anwender unter Ihnen können nachvollziehen, was ich meine - Scharfzeichner aus: Instrumente/Stimmen künstlich hart oder streng zu umreißen beziehungsweise zu texturieren, um trotz eines eher unruhigen Klangbilds dennoch irgendwie Präzision zu suggerieren, haben die STA 90 wegen ihres von Grund auf „ruhigen“ oder besser: sauberen Klangbilds schlichtweg nicht nötig. Bei aller Definiertheit arbeiten sie stets mit angenehm entgrateter, natürlicher Linienführung.

Räumlich lassen es die NuPrime wie angedeutet vorbildlich transparent und ortungsscharf angehen. Aber auch schön dreidimensional - das Klangbild löst sich involvierend nach vorne, Richtung Hörer von den Lautsprechern ab.

floratoneEinige tiefe Bassdrumschläge und E-Bass-Impulse, vereinzelte Kornett-Hupeinlagen, nicht sonderlich dichte, teils hallunterlegte Perkussion sowie E-Gitarren-Saitenzupfer und –Flageoletttöne: Mittels dieser Zutaten ein wohlstrukturiertes, plastisches und mithin den Hörer vereinnahmenden Raumgefühl zu illusionieren, kriegen beim Stück „Floratone“ (gleichnamiges Projekt/Album, eine atmosphärische Mischung aus Jazz und Dub, die die Kollaboration u.a. von Gitarrist Bill Frisell und Schlagzeuger Matt Chamberlain da zu Wege gebracht hat, auf Amazon anhören) jedenfalls auch meine deutlich teureren Reference 20 oder der AVM Ovation SA 6.2 nicht besser hin. Ja, die Bühnenabbildung zählt ebenfalls ganz klar zu den ausgemachten Schokoladenseiten unserer Probanden.

NuPrime STA-9 | Endverstärker

Dass die STA-9 den Hörer auch dynamisch nicht zu kurz kommen lassen, zeigt „Floratone“ ebenso: Die tiefschwarze, sustainreiche Bassdrum und den eher sporadisch brummelnden E-Bass haben die NuPrime ebenso fest und kontrolliert im grobdynamischen Griff wie sie die abrupt-ätherisch eingestreuten Gitarrenklänge, den kontinuierlich die Achtelnoten abtripppelnden Shaker oder auch die feinen Hi-Hat-Impulse feindynamisch flink und leichtfüßig verarbeiten. Ich würde zwar nicht so weit gehen, zu behaupten, dass ein stupendes Dynamikverhalten mit zum ersten gehört, was einem beim Hören mit den STA-9 auffällt – so muten auf mich etwa die NuForce Reference 20 „über alles“ noch ein wenig energiegeladener an –, aber zu bekritteln gibt es hier ebenso wenig, die STA-9 geben sich beim Thema Dynamik schlichtweg schlagseitenfrei.

Apropos Bass: In Sachen Tiefgang sind die STA-9 zweifelsohne auch mit deutlich teureren Endstufenlösungen auf Augenhöhe – Vollverstärker in oder auch über der Preisklasse der NuPrime werden da wohl regelmäßig kaum mithalten können. Wie die STA-9 die abgrundtiefen Schallanteile in Downloads „Outafter“ (Album: The Eyes of Stanley Pain, auf Amazon anhören) eher fühl- denn hörbar über Downloads The Eyes of Stanley Painmeine Sehring 902 in den Hörraum schallert, ist jedenfalls aller Ehern wert – ja, Fans amtlicher Endstufenlösungen kommen hier voll auf ihre Kosten. Abstriche müssen sie hingegen in Sachen Pegelfestigkeit hinnehmen: An meinen wirkungsgradschwachen Sehring 902 (84 dB) verliert das Klangbild an Stabilität, beginnt etwas zu verschmieren, wenn ich von gehobener Zimmerlautstärke zu echten Partypegeln wechsle. In Sachen Pegelfestigkeit zeigen die STA 9 zwar keine echten Schwächen, die 2 x 290 Watt lesen sich aber nach mehr als das, was die NuPrime tatsächlich an die Schwingspulen bringen - den schweren Jungs aus der Endstufengilde, wie etwa einer AVM Ovation SA 6.2, vermögen sie hier nicht das Wasser zu reichen.

HakenWas ich bisher noch gar nicht erwähnt habe, aber für viele bestimmt mit zu den entscheidendsten Kriterien gehört: Die NuPrime STA-9 wandern tonal auf tugendhaft neutralen Pfaden. Der, wie erwähnt, tiefreichende Bass integriert sich absolut stimmig ins Klanggeschehen, die Mitteltonlagen lassen Gesang, wie etwa die glockenklare Stimme von Ross Jennings in Hakens „Because It’s There“ (Album: The Mountain, auf Amazon anhören) weder besonders warm noch präsent/hell erscheinen und auch der Hochton gibt sich weitgehend unauffällig.

NuPrime STA-9 | Endverstärker Ambiente

Weitgehend? Nun, beim wunderbaren „No One’s Fault“ von Triosence (Album: Turning Points, ebenso intelligenter wie emotionaler Jazz aus deutschen Landen, der bisweilen an E.S.T. erinnert, unbedingt mal reinhören) wird nach ganz, ganz oben heraus der ätherische Schimmer einzelner Pianoklänge etwas weniger deutlich herausgearbeitet als es reine Lehre wäre, den feinen Beckengespinsten fehlt es am allerletzten Quäntchen triosenceLuftigkeit. Nein, grob oder klobig klingt der Hochton keinesfalls, er stellt sich wie beschrieben zudem als angenehm geschmeidig und langzeittauglich dar, macht auf seinem Weg nach ganz, ganz oben aber einfach früher „Schluss“ und löst auch deshalb nicht ganz so feinstofflich auf wie bei manch anderem Verstärker. Die NuForce Reference 20 - ebenfalls nicht übermäßig luftig, aber dennoch durchaus frisch klingend - wirken im positiven Sinn etwas präsenter und anmachender. Noch deutlicher wird der Unterscheid mit der neuen Bryston 4³-Endstufe (zirka 6.000 Euro), die auch hauchzarte Hochtonereignisse akkurat bedient und in den hohen Lagen vorbildlich straight und klar durchzeichnet.