Markus Sauer

 

 

 

 

 

 

Ich mag Musik, bin aber feinmotorisch definitiv nicht begabt genug, um sie selber zu machen.  Meine musikalische Sozialisation habe ich einem kleinen ITT-Uhrenradio und dem besten Rundfunksender der Welt, dem WDR, zu verdanken; viele Nächte wurden seit frühen Teenager-Zeiten mit dem Hören von Musik im Dunkel meines Zimmers verbracht. Vom Konfirmationsgeld wurde eine Anlage aus Plattenspieler, Receiver (wichtig: mit Mischpult) und Boxen zum An-die-Wand-hängen angeschafft. Später kam noch eine Bandmaschine dazu. Dank überdurchschnittlicher Englischkenntnisse fiel mir die Aufgabe zu, Platten aus England für die halbe Schule zu bestellen (waren damals billiger als in Deutschland) und ich konnte die Scheiben, die mich interessierten, dann auf Band aufnehmen, bevor ich sie an die Mitschüler auslieferte (bevor jemand fragt: die Besteller waren informiert, das Aufnehmen-Dürfen war die Gegenleistung dafür, dass ich die Einkaufspreise 1:1 weitergab). Das Resultat ist ein auch heute noch einigermaßen breiter Geschmack.

Die Beschäftigung mit Audio-Geräten befriedigt meinen Spieltrieb und meine Neugierde; ich versuche, ein wenig zu verstehen, warum etwas so klingt, wie es klingt. Damit meine ich einerseits, dass technische Eigenschaften einer Komponente Auswirkungen auf den Klang haben. Wer sich eine Weile mit der Materie beschäftigt, merkt aber, dass Audio-Produkte oft auch die Persönlichkeit des Entwicklers spiegeln. Der Entwickler baut Geräte, weil er selbst sie so hören will (oder sein Auftraggeber, oder die Marketingabteilung - sooo blauäugig bin ich nun auch nicht) und auf technisch nicht immer leicht nachvollziehbare Weise (ob ein Verstärker eher entspannt oder hektisch-treibend klingt, kann zumindest ich nicht aus dem Verzerrungsspektrum erkennen) passt dann der Klang häufig auch zur Persönlichkeit des Designers.

Und ich schreibe gerne. Es hilft mir, meine Gedanken zu ordnen und zwingt mich, eine Meinung zu entwickeln und zu begründen, die über „klingt super“ oder „nix für mich“ ein wenig hinausgeht. Ich bin eitel genug zu denken, dass es vielleicht auch ein paar andere Leute interessiert, wenn ich nach Beschäftigung mit einem Gerät und einem Gespräch mit dem Entwickler und/oder Vertrieb etwas erzählen kann, was so weder im Prospekt des Herstellers noch auf dessen Website nachzulesen ist. Wenn ich anderer Leut’s Texte lese, will ich sehen, dass der Autor sich tatsächlich mit dem Gerät beschäftigt hat und nicht nur Informationen serviert bekommen, die man auch ohne Anschließen des Geräts bekommen könnte - und die lediglich ein bisschen umformuliert wurden. Diesem Interesse sollen auch meine eigenen Berichte genügen.

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