"mythos ..."
"haniwa ..."
"audiodata ..."
"domino design ..."
"pmc ..."
Zunächst aber noch ein wenig Kritisches: Dass viele interessante Konzepte und Produkte in den Vorführungen durch eine nachlässige Raumakustik gleichsam zu "Rohrkrepierern" wurden, hatte ich anfangs bereits angedeutet.
Ein Paradebeispiel hierfür war - und gerade bezüglich dieser Vorführung hegte ich im Vorfeld einige Erwartungen - die akustische Performance bei Mythos (www.mythosaudio.com) aus Griechenland:

Mythos - übrigens mehr oder weniger seit über 20 Jahren aktiv - führte mit der über 20.000 EUR kostenden, einen Meter Höhe deutlich überragenden Premonition (siehe Bild) ein augenscheinlich ganz formidables "Stückchen" Lautsprecherkunst vor: In einem vielleicht 16qm großen Raum mit glatten Wänden und ein paar Alibi-Absorbern. Soundmäßig riss das nicht sonderlich viel raus... Ich spare mir eingehende Beschreibungen. Das haben die schönen Klangmöbel nicht verdient. Sympathisch bleiben sie mir trotzdem, ich glaube, da verbirgt sich viel Potenzial ...
Richtig was auf die Ohren gab`s dann auch bei Haniwa (www.kubotek.com). Leider nichts Wohlgefälliges: Die über 40.000 EUR (sic!) kostenden Hornlautsprecher spielten in einem vielleicht an die 40qm großem Raum komplett ohne eine einzig sichtbare Raumakustikmaßnahme. Hörbar war auch keine. Absolut unverständlich, auch aus der Marketingperspektive des Herstellers beziehungsweise des in Italien ansässigen Vertriebes.
Aber es gab auch Vorführungen, die wirklich - und das im positiven Sinne - beeindruckten:
Ein vielen Lesern sicherlich gut bekannter Hersteller aus Deutschland - Audiodata ( www.audiodata-hifi.de) - hatte seinen Standlautsprecher Jolie mit Elektronik von ASR verdrahtet. Das in einem Raum, der im ersten Moment eher akustisch schwierig erschien. Was die - mit Breitbändertechnologie ausstaffierte - Jolie dann an Schall emittierte, war wirklich ganz feines HighEnd: Natürlich, klar und sehr, sehr plastisch. Übrigens erinnere ich mich, dass wir augenscheinlich innerhalb des Auditoriums nicht die Einzigen waren, die sich in diesen Momenten scheinbar ein wenig verzaubert fühlten ...
Zudem war eine Premiere bei audiodata zu verbuchen. Peter Schippers stellte einen auf der gleichen Breitbandtechnologie basierenden, nur etwas kleiner ausgefallenen Gefährten der Jolie vor: Den Kompaktlautsprecher Pierrot. Lediglich für den Bereich unterhalb 280 Hz werkelt neben dem erwähnten Breitbänder ein zweiter Treiber. Zeitrichtigkeit und eine realistische Räumlichkeit - auch bei kurzen Hörabständen - sollen auch hier akustische Folge dieser Technologie sein, für die übrigens mein fairaudio-Kollege Ralph Werner ganz besondere Affinitäten hegt:

Großen Wert auf hochwertige Musikdarbietung legten darüber hinaus die Mannen von Domino Design (www.domino-design.de), besser bekannt wahrscheinlich im Zusammenhang mit der von ihnen vertriebenen Marke Advance Acoustic aus Frankreich. Zumindest wurde mir dieses schlagartig bewusst, als ich - mit meinen Gedanken eigentlich gerade noch woanders - in deren Vorführung förmlich hereinplatze. Präzise, flüssig und irgendwie anmachend war das, was mir da an musikalischem Input in meine Ohren floss. Als ich dann noch die dafür verantwortlichen Komponenten ausmachte, war meine Konzentration in vollem Maße wiederhergestellt:

Am Start waren nämlich lautsprecherseitig die gerade mal 350 EUR (Paar) teuren UM 20 (die kleine Box ganz rechts), verstärkermäßig begleitet vom MAP 105 (499 EUR) und quelltechnisch versorgt vom CD-Player MCD 203 II (699 EUR).
Der cirka 40-50qm große Raum wurde dabei auch im Bassbereich hinreichend versorgt: Preisklassenunabhängig gehörte diese Vorführung wirklich zu jenen, die maximalen Hörgenuss aufkommen ließen. Inwieweit - und hier wären wir wieder beim Thema Raumakustik - die rings an den Wänden hängenden und ebenfalls von DOMINIO DESIGN vertriebenen "Microsorber-Folien" einflussnehmend wirkten, vermochte ich nur zu erahnen. fairaudio wird den verantwortlichen Herrn Peter Bremm - der mir beiläufig noch erklärte, dass Advance Acoustic in Frankreich seine Brötchen seit über 20 Jahren mit dem Lautsprecherbau (!) verdient - bezüglich nährergehender akustischer Impressionen sicherlich nochmals kontaktieren ...
Ganz nach unserem Gusto war dann noch eine weitere Vorführung. Wenn ich ehrlich bin, war mir die englische Lautsprecher-Marke PMC (www.pmc-speakers.com) bis dato nur aus dem Profibereich bekannt. Schön aber, dass sich solche Umstände immer wieder ändern lassen: PMC ist nämlich auch im HiFi-Bereich ein gewichtiger Marktakteur, der sich auf Transsmissionline-Technik konzentriert.
Aber auch in der sogenannten "consumer hifi"-Linie von PMC kommen Entwicklungen aus dem Studiobereich zum Einsatz, die zudem teilweise so "scharf sind, dass sie hinter Gitter müssen" (ja, ich weiß, der Spruch hat einen Bart ...) :

Ein Grund hierfür: Die leistungsstarken Chassisantriebe, beziehungsweise Schwingspule und Spulenträger, erfahren außenliegend schlicht eine bessere Kühlung ...
Zur Vorführung: Diese war erstens geprägt von einem überaus gut gelaunten, aus Holland stammenden Moderator, der es verstand, Spaß zu vermitteln und der ohne gekünstelte fachliche Intellektualität auch mal etwas "zünftige" Klänge auflegte. Verglichen mit dem tristen Einerlei, in welchem so manch andere Vorführung ablief, wirkten zweitens die immer wieder in die Moderation einfließenden Kommentare zweier anwesender Tonstudioleute absolut bereichernd.
Drittens entpuppte sich auch die Darbietung der ebenso präsenten Standlautsprecher (GB1, ca. 2.000 EUR/Paar) als wahrhaftig außergewöhnlich. Die mit 87 cm Höhe fast zierlich wirkenden Zwei-Wege-Systeme spielten im Verbund mit Elektronik von Bryston derart lässig, akustisch kohärent und tonal sauber, dass eine musikalische Aura entstand, die einfach mitriss. Absoluter "Anhörtipp" und bestimmt auch mal Gast im Hause fairaudio ....
Doch auch die schönsten Vorführungen sollten, ebenso wie unser Aufenthalt, naturgemäß ein Ende haben: Nach zwei Besuchstagen lautete folglich auch für unser Team die Devise "zu Hause" beziehungsweise erst mal "nach Hause". Kognitiv zwar nicht unbedingt der Überlastung nahe, war schließlich dennoch vor dem geistigen Auge oder vielmehr "Ohr" einiges zu rekapitulieren...
Bye, Bye HIGHEND 2007.
Tschüß München ...
