fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

 

 

 

was steckt denn hinter der „null-ohm-spule“?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

immer noch handarbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

impulstreu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bau doch eins für den halben preis!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gesagt, getan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hat sich doch
sehr gedreht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wann kamen die kondensatoren
ins spiel?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

air motion transformer,
weiter gedacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

doch wie kommt
man eigentlich darauf?

Herr Filke
Herr Mirko Filke besorgt bei Mundorf Marketing und Vertrieb

Was steckt denn hinter der „Null-Ohm-Spule“?

Wir haben für den Spulenkern das beste verfügbare Blech – also das mit den geringsten Verlusten und Verzerrungen – genommen und sehr dicken Draht verwendet. Zudem wird der Luftspalt, der die Induktivität bestimmt, von Hand eingemessen.

Mundorf Null-Ohm-Spule wird gemessen
Bertold Debschütz misst eine Null-Ohm-Spule ein

Beste Bleche...
Heilig's Blechle - für möglichst geringe Verluste ist die Wahl des Kernmaterials mit entscheidend

Diese Spule ist speziell für Tieftonanwendungen entwickelt worden und bietet hervorragende Impulstreue und den kleinstmöglichen Innenwiderstand. Gerade auch für Hochwirkungsgradlautsprecher ist sie eine interessante Wahl.

Mundorf - im Hörraum
Eine interessante Hörsitzung gab's bei Mundorf zu erleben ...

Bisher habe ich nur was von Spulen gehört. Wann ging es denn mit den Kondensatoren los?

Wenn wir chronologisch bleiben wollen – da kam zunächst einmal das Netzteil ...

Was für ein Netzteil?

Unser 12-Volt-Netzteil!

???

Das ergab sich wieder aus einem „Geschka und Mundorf“-Kontakt. Ein Vertreter der Firma Nakamichi, damals im Laden die unangefochtene Nummer eins bei Kassettenrecordern, erzählte, dass für Car-Audio-Präsentationen auf Messen beziehungsweise Verkaufsständen 12-Volt-Netzteile mit hoher Stromlieferfähigkeit benötigt werden – und dass die sehr teuer seien. Bei einem Gespräch am Mittagstisch sagte Michael Geschka daraufhin zu mir: „Dann bau' du doch eins für den halben Preis!“

Frequenzweiche im Mundorf-Hörraum
Eine von außen zugängliche Frequenzweiche lässt den ...

Ach so, Car-Hifi ... wann war denn das?

So um 1990 kam das erste Netzteil raus. Es war der Auftakt zu einer Entwicklung, auf deren Höhepunkt wohl gut 80 % aller Aussteller auf der damals schnell wachsenden Messe „Car & Sound“ in Sinsheim mit Mundorf-Netzteilen vorführten. Das „Mundorf-Netzteil“ wurde zu einem festen Begriff in der Szene und zu einem Muss für ambitionierte Händler. Ich konnte im Laufe der Zeit den Preis pro Ampere Ausgangsstrom auf einen Bruchteil des damals üblichen drücken.

Zudem fand ich im ehedem sehr aktiven Alpine-Vertrieb einen Kunden, der sehr dabei half, die Netzteile im Markt bekannt zu machen. Es war eine echte Win-Win Situation – wir alle wissen, dass kein Verstärker besser sein kann als sein Netzteil. Noch heute, nach mehr als zwanzig Jahren, erhalten wir Anfragen nach Datenblättern von Kunden, die gerade ein gebrauchtes Netzteil erstanden haben.

Herr Filke im Hörraum
... schnellen Spulen- und Kondensatorenwechsel zu. Herr Filke hat da so einiges im Angebot ...

Kondensatoren und Spulen zum Austausch
... , und die unterschiedlichen Qualitätsstufen waren klanglich durchaus recht leicht nachvollziehbar

Aber heute produzieren Sie die Netzteile nicht mehr, stimmt's?

Nur noch ganz selten. Der Markt hat sich durch die Schaltnetzteiltechnik doch sehr gedreht. Nicht unbedingt zum klanglich Besten ...

12-V-Netzteil
Herr Kujawa baut Netzteile für Car-HiFi-Präsentationen

Zurück zu den Kondensatoren, an die denkt ja jeder, wenn er „Mundorf“ hört. Wann kamen die ins Spiel?

Anfang der 1990er nahm ich die ersten nach eigenen Spezifikationen gefertigten Kondensatoren mit in den Vertrieb auf – der „MCap“ war geboren und wurde im Laufe der Zeit zum Inbegriff für hochwertige Audiokondensatoren.

Aus der engen Zusammenarbeit mit unserem deutschen Kondensatorhersteller folgte dann eine ganze Reihe von immer weiter verbesserten Audiokondensatoren. Heute ist der „MCap Supreme“ wohl das, was zu Anfang die „Null-Ohm-Spule“ war. Also das Produkt, was die meisten als erstes mit unserem Firmennamen verbinden.

Mundorf-Kondensatoren

Neben Spulen und Kondensatoren haben Sie noch einige andere Dinge mehr im Programm. Zubehör wie Widerstände, Lot, Dämmmaterial, Lautsprecherklemmen usw., aber auch die Zendo-Kabel, von denen wir im Test ja sehr angetan waren ...

... die aber gar nicht mehr „Zendo by Mundorf“ heißen, sondern nur noch „Mundorf“.

Tja, das ist wohl auch der bekanntere Markenname ... worauf ich eigentlich hinaus wollte: Was manch einer vermutlich nach wie vor nicht auf dem Schirm hat – Sie stellen ja auch Lautsprecherchassis her.

Ja, seit 2004 beschäftigen wir uns mit der Entwicklung und Produktion von Hochtonlautsprechern, die auf dem Prinzip des Air Motion Transformers nach Dr. Oscar Heil aufbauen.

Raimund Mundorf mit AMT-Plakat

Wie kommt man als „Kondensator & Spulen-Mann“ darauf, ausgerechnet AMTs zu entwickeln? Ich meine, sooo nah liegt der Gedanke ja nun auch nicht ...

Eigentlich wollten wir die AMTs auch nur vertreiben. Eine andere Firma sollte die Produktion übernehmen. Allerdings bekamen wir von den Kunden – gerade aus dem Pro-Lager – das Feedback, dass das zwar alles ganz schön sei, was wir da so hätten, aber es gebe schon noch ein paar andere Anforderungen an ein solches Chassis, die nicht erfüllt seien. Insbesondere ging es um die Möglichkeit einer tieferen Einsatzfrequenz und um bühnentaugliche Pegelfestigkeit. Kurz und gut: Wir hatten noch ein paar Entwicklungsaufgaben zu erledigen, bevor wir an den Verkauf denken konnten.

Muss auch Pegel können: Mundorf-AMT
Muss auch Pegel können: Raimund Mundorf mit einem Pro AMT

Damit verabschiedete sich nun aber die Firma, die die AMTs eigentlich hätte produzieren sollen! Auf ein F&E-Invest im siebenstelligen Bereich hatten die keine Lust. Wir aber sahen das große Potenzial dieser Technik, also haben wir die vorhandene Entwicklung übernommen – quasi als Basis – und kräftig weiter geforscht. Hierzu wurde eine eigene Membranproduktion im Haus etabliert – zusammen mit unserer Werkstatt zur Metallbearbeitung bildete das die Basis für die ziemlich weit reichenden Entwicklungstätigkeiten der letzten Jahre. Zahlreiche Patente und Kooperationen mit Hochschulen zeugen davon.