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Messe-Bericht: High End 2012 in München

Menschen, Tiere,
HiFi-Sensationen?

High End 2012 - fairaudio Messebericht

 

Mai 2012 / Jörg Dames und Ralph Werner

Man hat nicht wirklich das Gefühl, der Markt für HiFi- und Audioequipment sei der dynamischste unter der Sonne, um es vorsichtig auszudrücken, und auch wenn in jüngerer Zeit durchs Thema „Computer & HiFi“ etwas Schwung in unsere Branche kommt – unter Wachstumsschmerzen leidet sie wohl kaum. Wie schaut’s vor diesem Hintergrund eigentlich mit der Fachmesse „High End“ aus?

Was die Ausstellerzahlen angeht, kann die High End Messe ein dickes Plus von über 40% im Vergleich zu vor zwei Jahren anführen – und im Vergleich zum Vorjahr eines von fast 9%. 366 Unternehmen kamen in diesem Jahr nach München und heischten um die Aufmerksamkeit des geneigten Publikums. Schon eine ordentliche Entwicklung, oder?

High End 2012

Der Ausstellerzuwachs stammt zu ungefähr einem Drittel aus dem Inland, ein weiteres Drittel steuert Europa (ohne Deutschland) bei und der Rest resultiert im Wesentlichen aus Nordamerika und Asien. Die High End wird also immer internationaler – das ist auch der vorherrschende Eindruck, wenn man durch die Hallen des M,O,C schlendert. Und diese Einschätzung bezieht sich natürlich nicht nur auf die Aussteller, sondern auch auf die (Fach-)Besucher. Selbstverständlich waren auch wir von fairaudio wieder vor Ort, um spannende Dinge zu entdecken. Bleiben wir zunächst einmal in Europa und reisen Richtung Norden:

Wenn schon High End, dann richtig – nach dem Motto ging’s als erstes zum Ausstellungsraum der Marke Gryphon Audio Designs (www.gryphonaudiodesign.de). Auch wenn die Dänen noch nie dafür bekannt waren, richtig günstiges Einsteiger-HiFi zu bieten, die Neuheiten der Marke mit dem geflügelten Löwen könnten wohl auch so manch solventem Audiophilen einen Schluckauf bescheren. Da ist zunächst einmal das neue Referenzlautsprechersystem mit dem schönen Namen „Pendragon“ zu nennen, was soviel wie „Oberdrache“ bedeutet, und das aus gleich vier imposanten Säulen besteht: zwei für den Bass, zwei für die Mitten-/Hochtoneinheit. Und da dieses System sehr raumgreifend ausfällt, stellte man in München nur einen Kanal aus ...

Gryphon Audio auf der High End 2012

Gryphon Audio PendragonEin paar Fakten gefällig? Gern. Ein Bassmodul wiegt 240 Kilogramm und kommt mit einer eigens entwickelten Verstärkung daher – es handelt sich beim Pendragon also um ein halbaktives System –, welche 1.000 Watt Dauer- und 4.000 Watt Spitzenleistung bereitstellt. Acht Achtzöller werkeln pro Turm. Untere Grenzfrequenz: 6 (in Worten: sechs) Hertz. Endlich Infraschall.

Die Übergangsfrequenz zum zweiten Tower liegt bei 200 Hertz, hier arbeitet ein Breitband-Bändchentreiber in einer offenen Schallwand als Linienquelle, was eine sehr ausgedehnte horizontale, aber relativ enge vertikale Abstrahlcharakteristik zur Folge habe; ein breiter Sweetspot und minimale Boden- und Deckenreflexionen resultieren hieraus, so Gryphon. Der Preis für den vierteiligen Zwei-Wege-Oberdrachen liegt bei 150.000 Euro.

Gryphon Legato Legacy

Da fallen die 20.000 Euro für die passende Phonovorstufe mit externem Netzteil, Gryphons „Legato Legacy“, einer weiteren Messepremiere, doch kaum noch ins Gewicht. Wer auf Phono verzichten kann, aber eine finale Hochpegel-Vorverstärkerlösung sucht, kann mit der Doppelbüchse der „Pandora“ (Netzteil und Amp in getrennten Gehäusen), Gryphons Neuheit Nummer 3, glücklich werden, muss dafür dann allerdings 30.000 Euro locker machen. Wer beides haben möchte, also Phono- und Hochpegel-Anschlussmöglichkeiten, kann für weitere 8.000 Euro ein Legato-Legacy-Modul in die Pandora einbauen lassen.

Gryphon Pandora Vorstufe

Die ganz Konsequenten kaufen dazu den ebenfalls neuen „Mephisto“-Endverstärker in der Monoblockausführung, was den Boden des Hörzimmers mit 2 x 108 Kilogramm Class-A-Technik beschwert und das Portemonnaie um weitere 100.000 Euro erleichtert (hier mehr Details zur Gryphons Pandora/Mephisto-Kombi). Kein halbe Stunde auf der High End Messe und schon Equipment für 300.000 Euro gesichtet – nicht schlecht!

Gryphon Mephisto Endstufe

Bleiben wir in Skandinavien, verlassen Dänemark und betreten Finnland und damit den sehr üppig dimensionierten Messeraum von Genelec (www.genelec.de). Dort hatten die Finnen auch gleich eine eigene Bühne aufgebaut – geschmückt mit den größten Studiomonitoren, den „1036A“ –, auf der unter anderem die kanadische Sängerin Brook Miller einige Songs zum Besten gab; die Dame ist beim audiophilen Label Stockfisch unter Vertrag.

Brook Miller auf der High End 2012- Genelec-Stand

Doch was macht eigentlich ein Unternehmen aus dem Pro-Bereich auf einer Consumer-Messe wie der High End? Nun, Genelec möchte künftig eine größere Rolle im HiFi-Markt spielen und hat zu diesem Zweck eine Lautsprecherserie bestehend aus vier aktiven Zweiwege-Boxen sowie zwei Subwoofern entworfen. Erhältlich werden die „G One“ bis „G Four“ benannten Zweiwegler mit den charakteristisch abgerundeten Aluminium-Gehäusen ab September 2012 sein, die Paarpreise stehen noch nicht ganz fest, aber sie werden sich wohl in der Range zwischen 500 Euro bis 2.000 Euro das Paar bewegen.

Genelec G-Serie

Die Rundungen des Aludruckgussgehäuses sollen übrigens nicht nur gefällig ausschauen, sondern vornehmlich akustischen Zwecken dienen: Um den Kalottenhochtöner herum wurde ein Waveguide integriert, der für eine Angleichung der Abstrahlcharakteristik beider Chassis Sorge trägt – und die abgerundeten Gehäusekanten dienen der Minimierung von Beugungseffekten. Beides zusammen unterstütze die „exzellente Auflösung und stabile Lokalisation“ der Aktivlinge, so Genelec. Mit zunehmender Größe der Lautsprecher sinkt natürlich auch die möglich werdende untere Grenzfrequenz, nämlich von 73 Hz bei der G One bis 45 Hz bei der G Four (-3 dB-Punkt).

Genelec Aktiv-Lautsprecher

Das „dicke Ende“ der obigen Lautsprecherreihe bildet die Genelec 8260A – dieses Modell ist schon (länger) verfügbar, preislich deutlich anderenorts angesiedelt (nämlich bei circa 8.000 Euro/Paar), und auch technisch von der G-Serie abweichend, wenngleich es nach deren logischer optischer Fortsetzung ausschaut: So ist die 8260A ein Drei-Wege-Lautsprecher und man kann qua integrierter DSP-Einheit umfangreiche Anpassungen an den eigenen Klang-Geschmack beziehungsweise zur Raumentzerrung vornehmen.

Genelec 8260A

Im Test:

Vollverstärker:
Dussun V8

Audiochina GmbH
www.dussunpower.org

UVP: 1.200 EUR


 

Equipment:

Quelle:

Audiomeca Obsession II
Creek Destiny

Verstärker:

Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF

LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

schon eine ordentliche entwicklung, oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wenn schon highend, dann richtig: gryphon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

endlich infraschall

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

fällt kaum
noch ins gewicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

songwriterin
brook miller im genelec-raum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

aktiv und rund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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umfangreich anpassbar