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foobar2000 Mediaplayer: Anleitung, Tipps & Tricks

Computers Liebling?

foobar2000 foobar Mediaplayer

 

Januar 2011 / Jens Bondarenko 

Kennen Sie FLAC? Oder OGG? Nein? MP3 aber. Und WAV. Ja? Bis noch vor wenigen Jahren interessierte sich der audiophile Musikliebhaber eher wenig für Musiksoftware oder Dateiformate. Darum kümmerten sich höchstens die „Profis“ im Aufnahmestudio - am Ende kam ein mehr oder weniger brauchbarer Klang auf einem Tonträger ins Haus, meistens auf CD oder Schallplatte, sicher bei dem einen oder anderen auch als SACD. Wie das Ganze zustande kam, ob Computer bei der Produktion im Spiel waren und wie Daten organisiert wurden, war für den Hörer ohne Belang.

Wer sich heute im HiFi-Handel genauer umsieht, bekommt häufiger denn je flexible, sehr gut ausgestattete Digital/Analog-Konverter (DAC) zu Gesicht. Früher nutzte man sie beispielsweise, um CD-Player klanglich aufzuwerten - die Möglichkeit, Computer als Datenquelle für einen solchen Wandler zu nutzen, etabliert sich seit geraumer Zeit aber zunehmend unter Musikliebhabern. Nicht zuletzt berichtete auch fairaudio schon mehrfach ausführlich über das Thema (siehe unter anderem: „Maßgeschneidert…“).

Anders als bei herkömmlicher CD-Technik liegt es beim PC/Notebook am Hörer, welche Software die - frei gewählten - Dateiformate aufbereitet und zum DAC schickt. Integrierte Lösungen zur Wiedergabe dateibasierter Musik nutzen sogenannte Firmware, um interne oder externe DACs zu bedienen. Firmware ist, wie der Name sagt, firmenspezifisch auf Hardware angepasste Software, die in der Regel nicht im Einflussbereich des Nutzers respektive Hörers liegt.

Aber im Fall eines, sagen wir, „offenen“ Systems, also eines Betriebssystems mit nutzerspezifischer foobar playerAnwendungssoftware, besitzt der Hörer volle Entscheidungsfreiheit bei der Wahl geeigneter Abspielsoftware beziehungsweise des „richtigen“ Mediaplayers. In dieser Artikelserie geht es um den Mediaplayer „Foobar2000“, kurz „Foobar“ (www.foobar2000.org), sprich um dessen Einrichtung auf einem beliebigen PC/Laptop, wodurch jeder Hörer in die Lage versetzt werden soll, ein HighEnd-System am Computer zu betreiben.

Vorab: Was ist ein Mediaplayer und warum überhaupt Foobar2000?

Einen Mediaplayer benötigt zunächst einmal jeder Nutzer, der Musik vom Computer hören will. Der Begriff ist eigentlich von dem im Betriebssystem Microsoft Windows enthaltenen „Mediaplayer“ geprägt und damit fast schon besetzt. Letztlich kann aber jede Software, die Audio- oder Videodateien abspielt, als Mediaplayer bezeichnet werden - die Auswahl an solcher Abspielsoftware ist folglich reichlich bis unübersichtlich.

Stellt sich die Aufgabe, den Mediaplayer für die eigenen Ansprüche zu finden, trennen sich schnell Spreu und Weizen. Der Windows Mediaplayer ist zum Beispiel zwar mit jedem Windows ab Version 95 vorinstalliert, sein Verhalten ist aber wenig vom Nutzer beeinflussbar. Außerdem kommt er mit allerlei Schnickschnack daher, was unnötig viele Systemressourcen beanspruchen und vermehrt Energie verbrauchen kann.

foobarPersönlich entschied ich mich nach langer „Reise“ über Sonique (R.I.P.), 1by1, MusicMatch und anderen Mediaplayern für Foobar2000, da dieser Player nicht zuletzt sehr schonend mit seinem Wirt, also den Ressourcen des PCs und damit auch den eigenen Nerven umgeht. Noch dazu kostet er bis dato nichts. Das Wichtigste ist mir aber: Foobar ist in sehr weiten Teilen an individuelle Bedürfnisse anpassbar und bringt Zusatzwerkzeuge mit, die über das reine Abspielen von Titeln hinaus gehen. Das trifft in begrenztem Maße auch auf die vorgenannten Player zu, nach meinen Erfahrungen erschöpfen sich die Möglichkeiten dort allerdings schneller.

Einige Vorzüge Foobars seien an dieser Stelle schon mal genannt:

  • extrem geringer Ressourcenverbrauch am PC
  • Unterstützung für sehr zahlreiche Audioformate
  • mehrere Wiedergabelisten („Playlists“)
  • „Gapless Playback“, also die unterbrechungsfreie Wiedergabe zum Beispiel von Titeln eines Konzertmitschnitts
  • anpassbare Benutzeroberfläche
  • hochflexibler Dateiformatkonvertierer
  • Lautstärkeanpassung verschiedener Titel („Replay-Gain“)
  • „FreeDB“-Unterstützung zum inhaltlichen Beschreiben von Audiodateien
  • Fehlererkennung- und Korrektur beim Auslesen von Audio-CDs
  • direktes Abspielen von Audiodateien aus Archiven wie „zip“ oder „rar“
  • Unterstützung von Audio-Streaming in Netzwerken (UPnP)
  • voll anpassbare Tastenkürzel

Übrigens: Nach Meinung des Foobar-Entwicklers klingt Foobar2000 nicht besser als andere Mediaplayer, aber dennoch ausgezeichnet ...

Um etwas Vertrauen in Foobar2000 zu gewinnen, sei erwähnt, dass er als reiner Audioplayer, also ohne Videounterstützung, seit fast 10 Jahren weiterentwickelt wird und zuverlässig arbeitet, aber leider nur unter Windows. Dabei wurde er zum größten Teil von Peter Pawlowski, einem ehemaligen freiberuflichen Mitarbeiter bei Nullsoft (Quelle: Wikipedia), dem Hersteller von Winamp - einem sehr weit verbreiteten Mediaplayer für Windows - entwickelt und, wie bereits erwähnt, als Freeware, also kostenlos nutzbare Software zum Download im Internet angeboten. Das allerdings ohne Rechtsanspruch auf Funktionsfähigkeit.

Zum Bedauern vieler erscheint Foobar hartnäckig seit jeher nur mit englischer Benutzeroberfläche. Wer mit dieser Sprache nicht so vertraut ist, kann Foobar in seinen Grundfunktionen aber in der Regel intuitiv bedienen. Der Entwickler bemüht sich fortwährend, die Oberfläche leicht bedienbar zu halten oder zu machen, aber wer des Englischen nicht wenigstens im computerbezogenen Jargon mächtig ist, benötigt zumindest mehr Zeit beim intensiveren/fortgeschritteneren Arbeiten mit Foobar.

Generell sei gesagt: Die unten gezeigte, komfortable Oberfläche, mit Datenbank für alle Audiodateien, flexibler Formatkonvertierung und Titelanzeige auf dem Desktop ist das Ziel, welches im Folgenden angegangen werden soll.

Oberfläche von Foobar
Beispiel für eine mögliche selbst gestaltete Oberfläche von Foobar, die am Ende des 2. Teils für jeden Nutzer konfigurierbar ist.

Alle Inhalte dieses Artikels beziehen sich auf die aktuelle Version 1.1.1 von Foobar. Die Bildschirmfotos stammen aus einer Windows-7-Installation beziehungsweise aus Windows XP. Die Nutzung anderer Windows-Versionen ändert am Prinzip nichts. 

Zum grundsätzlichen Aufbau dieses Artikels

Die gesamte Foobar-Anleitung gliedert sich in zwei Teile und diese wiederum in verschiedene Module, so dass jeder Leser selbst entscheiden kann, welche Funktionen Foobars für den persönlichen Einsatzzweck näher beleuchtet werden sollen. Die anderen Module kann man dann einfach weglassen.

Der vorliegende Teil 1 beschäftigt sich mit den Grundlagen, also der Installation und Einrichtung im Betriebssystem, der Datenvorbereitung und natürlich den Basisfunktionen zur Bedienung beim Musikhören - denn darauf haben wir es ja abgesehen.

Da Foobar von Haus aus sehr viele weitere interessante Funktionen bietet, behandelt der die nächsten Wochen folgende 2. Teil dieser Anleitung spezielle Funktionen wie die Nutzung des bekannten ASIO4All-Audio-Treibers in Foobar, die interne Datenbank, die Anpassung der Benutzeroberfläche oder die Verwendung von Plugins, also Zusatzmodulen wie zum Beispiel das On Screen Display. Zudem werden wir sehen, dass sich Foobar mit diesen Plugins funktional sehr stark erweitern lässt. Foobars Plugins sind ebenfalls kostenlos im Internet erhältlich - natürlich kann man sie sich aber auch selbst programmieren.

Die nachfolgend zu findenden Module von Teil 1 in der Übersicht:

Zur „Fernbedienbarkeit“ von Foobar ist ein separater Artikel erschienen.

 

Im Test:

Vollverstärker:
Dussun V8

Audiochina GmbH
www.dussunpower.org

UVP: 1.200 EUR


 

Equipment:

Quelle:

Audiomeca Obsession II
Creek Destiny

Verstärker:

Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C

Lautsprecher:

Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta

Kabel:

NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF

LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vielfältig

 

 

 

 

 

 

offen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

welcher mediaplayer?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

nicht besser ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

das ziel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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