
von Uwe Reuter
Ich bin seit Jahren vom "HiFi-Virus" befallen und in "Schüben" überkommt mich der Gedanke, mal wieder an der Verbesserung des Klangs meiner HiFi-Anlage zu arbeiten. Diese besteht größtenteils aus britischen Komponenten (Naim / Cyrus/ Linn / Rega), nur die Vorstufe ist deutscher Herkunft (Brinkmann).
Vor einiger Zeit bin ich dann bei einem Freund auf ein Netzteil der Firma HEED gestoßen, welches er an seinem REGA Planar 3 Plattenspieler betreibt. Da ich mit dem Klang der Regas sehr vertraut bin - ich besitze ebenfalls einen REGA, allerdings den P25 - war ich sehr überrascht, was sich durch eine solche Modifikation, die ja nur den Motor des Plattenspielers mit "korrekter" Spannung versorgt, alles im Klangbild ändert.
Voraussetzung für die Nutzung eines solchen Netzteils ist, dass der Plattenspieler mit einem Synchronmotor betrieben wird. Dieser ist bauartbedingt mit seiner Drehzahl an die Netzfrequenz gekoppelt, durch die Auswahl eines entsprechenden Antriebpullis kommt es dann zu 33 1/3 U/min oder 45 U/min. Solche Motoren findet man in diversen Thorens-, TransRotor-, Rega-, Linn- und noch einigen anderen Plattenspielern.

Die Netzfrequenz ist der Knackpunkt dieser Überlegung, denn unser Stromnetz hat nominell immer 50 Hz, aber durch die unterschiedlichsten Effekte werden diese 50 Hz eben nie genau eingehalten. Meist ist die Frequenz geringer, sie kann bis auf 48 Hz absinken. Das macht einen Fehler von 4%. Nun, 4% sind je nach Sichtweise viel oder wenig, aber bei einer LP bedeutet das: Statt mit 33 1/3 U/min dreht die Platte im Extremfall nur mit 32 U/min. Hinzu kommen noch die sonstigen Störungen im Stromnetz. Zudem ist es bei diesen Motoren nötig, eine zweite Phase, welche möglichst genau um 90 Grad versetzt sein muss, zu erzeugen. Dies geschieht üblicherweise durch den Einsatz eines für die (ja nicht vorhandene) optimale Frequenz ausgelegten Kondensators. Auch dadurch - und durch die Bauteiltoleranz/-alterung der Kondensatoren selbst - wird die Drehzahl weiterhin weniger konstant sein. Dass sich so was klanglich bemerkbar macht, war mir bereits vorher klar. Nur das Ausmaß überraschte dann ein wenig, aber darüber später mehr.

Also habe ich mir beim örtlichen Dealer ein HEED ORBIT MK2 ausgeliehen. Der Anschluss ist denkbar einfach bei dieser Version, das Netzkabel des Plattenspielers kommt einfach in die am Orbit eingebaute Steckdose. Dann das Netzteil mit dem Netz verbinden, einschalten, und los geht es. Durch den Einsatz eines solchen Netzteils kommt noch hinzu, dass man die Drehzahl für Singles ohne Riemenumlegung erreichen kann - einfach am Gerät umschalten. Am Plattenspieler muss in dem Fall nichts geändert werden. Der Zugewinn an Räumlichkeit war deutlich hörbar, für den Listenpreis von 349.- Euro ein echter Mehrwert also.
Aber ganz zufrieden war ich noch nicht, der Dealer zudem leicht unkooperativ, und so kam es, dass ich durch weitere Suche im Netz und in Foren zu diesem Thema auf ein anderes Gerät - mit einem ähnlichen Konzept - von "Dr. Fuss" gestoßen bin. Nach einem langen Telefonat mit dem Entwickler, Hersteller und Verkäufer (alles eine Person), habe ich das Teil dann ins "Blaue" hinein geordert.

Herr Dr. Fuss ist sehr flexibel, als Gehäusefarbe wählte ich schwarz, als Funktionsanzeige eine blaue LED und die Umschaltmöglichkeit auf 45 U/min entfiel bei mir. Wie versprochen erhielt ich das Gerät drei Tage später. Das Anschlussprocedere ist identisch wie beim Heed Netzteil, allerdings muss die Frequenz noch genau einjustiert werden. Eine Möglichkeit, die das andere Netzteil nicht hat, aber auch nicht braucht. Dort wird die Netzfrequenz mit einem Quarz und entsprechender Elektronik nachgebildet. Hierbei kommt eine sehr genaue Frequenz von 50Hz raus, allerdings entspricht der Verlauf nicht einer sauberen Sinuskurve, sondern es ist ein der Kurve angenäherter, stufiger Verlauf.
Vollverstärker:
Dussun V8
Audiochina GmbH
UVP: 1.200 EUR
Equipment:
Quelle:
Audiomeca Obsession II
Creek Destiny
Verstärker:
Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C
Lautsprecher:
Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta
Kabel:
NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF
LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema