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fairaudio HiFi Stereo - HiFi Test - HiFi Magazin

leserBericht: Die Aufstellung von Lautsprechern

Raumanalyse ...

von Thomas Sender

Ein bekannter Mann aus der High End Szene hat einmal seine Meinung kund getan, wie er den Einfluss verschiedener Parameter auf den Klang einer Stereoanlage einschätzt. Die Komponenten selbst nahmen da nur einen kleinen Teil ein, genauso wichtig sei die Verkabelung, die Stromversorgung, die An- bzw. Entkopplung der Komponenten sowie die Aufstellung der Lautsprecher im Raum in Verbindung mit dem Raum selbst. Ich kann aus meiner Erfahrung nur beipflichten und möchte hier meine Erfahrungen bezüglich der Raumakustik schildern.

Ich schicke voraus, dass ich meine jetzige Kette bereits in vier unterschiedlichen Räumen betrieben habe, was aber durch den Erwerb eines (alten) Hauses nun zum Glück vorbei ist. Fangen wir hinten an:

In den neunziger Jahren wurde ich mit dem High End Virus befallen, ein damaliger Freund gab den Ausschlag. Er war der "Neue" einer Arbeitskollegin meiner damaligen Freundin und heutigen Frau und das erste Mal bei uns zu Besuch. Er betrachtete meine Anlage bestehend aus Focal Onyx, Sony Vollverstärker und einem günstigen CD-Spieler. Verkabelung, Stromversorgung etc. - alles 08/15.

Zudem hatte ich ca. 12 m Lautsprecherkabel verlegt. Da er fast die gleichen Lautsprecher hatte, wollte er gerne mal hören und meinte nach einem Lied, dass klanglich mit kleinen Änderungen bestimmt viel mehr raus zu holen wäre. Neben drastischem Verkürzen der LS-Kabel wanderten die Focal an die lange Seite des recht großen Raumes. Dadurch hatten sie sehr viel Luft zu den Seiten, was frühe Reflektionen an den Seitenwänden verhindert und so zu einem viel klarerem Klangbild führt. Zudem verkürzte sich der Hörabstand deutlich, was in den meisten Fällen hilfreich ist, da der Anteil vom Direktschall zunimmt und somit Raumeinflüsse minimiert werden. Ich war begeistert, so hatte ich meine immerhin in identischer Konstellation seit zehn Jahren existierende Anlage noch nie gehört.

 

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Wie gesagt, nun ging es los. Ich schaute mich nach neuen Lautsprechern um und habe mir dabei viel Zeit gelassen. Meine Samstage bestanden nun daraus, von Hi-Fi-Geschäft zu Hi-Fi-Geschäft zu pilgern und mit ein paar eigenen CDs Probe zu hören. Ich war enttäuscht, alles klang nicht wirklich besser bis, ja bis ich eine Anzeige in der Zeitung las und darauf hin einen Hörtermin vereinbarte. Das Geschäft hatte einen getrennten High End Bereich und nach sorgfältiger Aufstellung der Lautsprecher wurde ich mit meinen CDs alleine gelassen.

Ich traute meinen Ohren nicht, so hatte ich Musik noch nie gehört. Die Boxen waren zwar zu sehen aber meine Augen konnten keinen Zusammenhang mehr zwischen dem Gehörten und dem Standort der Boxen feststellen. Alle Instrumente schienen an ihrem Standort festgenagelt und ich konnte sehr deutlich oben, unten, vorne, hinten, recht und links unterscheiden. Die Stimmwiedergabe war atemberaubend! Die mussten es sein, allerdings brauchte ich noch ein halbes Jahr, bis sie dann zu Hause standen. Nun sollte ich noch erwähnen, dass die Boxen vom Feinsten bezüglich Elektronik und Verkabelung versorgt wurden, die ein Vielfaches der Speaker selbst kosteten.

Immer wieder in der Zwischenzeit weitere Lautsprecher angehört, teilweise doppelt so teuer, aber das Erlebnis wiederholte sich nicht. Leider tat es das zu Hause bei mir nach dem Kauf auch nicht und ich tröstete mich damit, dass ich sie mit der Zeit und entsprechend noch zu investierendem Geld schon dort hin bekommen würde. Neue Komponenten und Kabel halfen zwar beträchtlich, doch so ganz wollte es nicht klappen. Eines der Probleme war sicherlich, dass die Boxen vor einer Glasfront standen. Die Reflexionen nach hinten treffen somit auf eine sehr harte Fläche und werden entsprechend hart zurück geworfen, was das Klangbild "verwaschen" macht. Stellen wir uns eine Billardkugel auf einem Billardtisch vor, sie wird im gleichen Winkel von der Bande abprallen, wie sie einfällt. "Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel", kennen wir. Wenn wir nun aber ein Stück Schaumstoff an die Stelle des Aufpralles halten, wird die Kugel stark abgebremst, ihre Energie vernichtet. Was bedeutet das für den Klang? Der Bereich hinter den Wandlern sollte entweder den Schall entsprechend aufnehmen und in Wärme umwandeln - z.B. mithilfe von Absorberplatten - oder den Schall so zerstreuen, dass die Reflexionen keinen Schaden mehr anrichten können. Ein guter Trick ist ein CD-Regal oder die Plattensammlung hinter den Lautsprechern in Höhe der Ohren.
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