
Sinn und Zweck des leserBericht-Formats ist es, interessante aus der Feder von fairaudio-Lesern stammende Texte und Artikel uneingeschränkt authentisch wiederzugeben. Sämtliche Meinungen, Ansichten und Empfehlungen, die in diesen Berichten vertreten werden, sind deshalb grundsätzlich die des jeweiligen Autors - und nicht automatisch die der Redaktion.
Ihr fairaudio-Team
November 2010 / Thomas Beierlein
Ziemlich selbstbewusst preisen AMC und der hiesige Vertrieb ihre Geräte als „Value Buy“ an. Mein erster Kontakt mit einem Gerät des in Amerika beheimateten Herstellers - der seine HiFi-Geräte übrigens in London entwickelt - war der Digital/Analog-Wandler „DAC 9“. Ihm darf man aufgrund seiner klanglichen Fähigkeiten zum aufgerufenen Kurs tatsächlich uneingeschränkt den Titel „preiswert“ verleihen. Den mittlerweile erschienenen Nachfolger kenne ich leider noch nicht ...

Doch soll es hier nicht um DA-Wandler gehen - sondern um den Transistorvollverstärker AMC 306d. Er markiert mit einem Preis von 350 Euro den Einstieg in die Verstärkerwelt des Herstellers. Dabei ist der Funktionsumfang des Gerätes schon recht umfangreich:
Die Optik erinnert auf den ersten Blick an solide Hausmannskost aus den 80er Jahren - was nicht schlecht sein muss.

Der AMC bringt 8,2 Kilogramm Lebendgewicht auf die Waage, dies sorgte bei mir erst einmal für Verwunderung, da ich dem zierlich wirkenden Gerät so viel Massivität gar nicht zugetraut hatte.
Beim Blick auf die Front erkennt man ein paar liebevolle Details. So umschließt die einzelnen Schalter und Regler eine Gummierung, die dem Benutzer eine gewisse Griffigkeit vermittelt. Die Haptik ist durchaus angenehm - und die Potis der Klangregelung und der Balance haben einen merklichen Rasterpunkt in Mittelstellung; der Laustärkeregler läuft durchaus satt. Beim Eingangswahlschalter ist allerdings kein Fixpunkt beim Drehen zu spüren - zumindest nicht im ausgeschalteten Zustand. Eingeschaltet merkt man beim Dreh am Wahlschalter, dass der dahinter liegende Motor die anvisierte Quelle zu erreichen versucht. Mit ein bisschen Übung klappt das auch, auf den ersten Dreh ist es allerdings gewöhnungsbedürftig. Besonders, wenn das Gerät es besser zu wissen glaubt und nicht dorthin fährt, wohin man eigentlich wollte ... Mit der Fernbedienung gesteuert klappt es natürlich wieder sehr gut, auch wenn man sich an die Eigenheit gewöhnen muss, dass man zum Tape-Eingang trotzdem „zu Fuß“, also am Gerät, umschalten muss.

Die Cinch-Eingänge sind solide Standardware, wobei der CD-Eingang mit einer vergoldeten statt normalen Buchse versehen ist. Wohl deshalb, weil er der am häufigsten genutzte Eingang sein dürfte. Am Lautsprecherterminal kann man wahlweise blanke Kabelenden oder Spades festdrehen oder Bananas versenken. Die beiliegende Fernbedienung kann ein gesamtes AMC-System steuern, dementsprechend reduziert sich bei markentreuer Verwendung weiterer Geräte die Ansammlung an Steuerknüppeln auf dem Wohnzimmertisch. Qualitätsdefizite konnte ich bei der Fernbedienung keine ausmachen - sie entspricht dem, was auch weitaus teureren Geräten mit in den Karton gelegt wird.

Vollverstärker:
Dussun V8
Audiochina GmbH
UVP: 1.200 EUR
Equipment:
Quelle:
Audiomeca Obsession II
Creek Destiny
Verstärker:
Accuphase E-212
Classic 6.6
Creek A 50i
Lua 4040C
Lautsprecher:
Thiel CS 2.4
ZU Druid mk4
Sehring 703 SE
Spendor S3/5
Sonics Argenta
Kabel:
NF: Straight Wire Virtuoso, Zaolla Reinsilber NF
LS: Ortofon SPK 500, Straight Wire Rhapsody, HMS Al Cinema